Quartier zum Quadrat für die OMV

9. August 2006, 11:21
posten

ICP-Eigentümer Michael Griesmayr und Projektleiterin Sabine Ullrich im STANDARD-Gespräch über "viertel zwei"

Die IC Projektentwicklung konnte den größten Immobiliendeal Österreichs für sich entscheiden: Ab Anfang 2009 mietet die OMV im Stadtentwicklungsgebiet "viertel zwei" 44.000 Quadratmeter für ihr neues Headquarter.

***

STANDARD: Womit haben Sie die OMV überzeugt?

Michael Griesmayr: Wir selbst waren immer davon überzeugt, das beste Projekt für die neue Konzernzentrale zu haben. Die OMV überzeugte "viertel zwei" letztlich durch den hervorragenden Standort in der Krieau beim grünen Prater, die anspruchsvolle Architektur und insbesondere durch das außergewöhnlich innovative und zukunftsorientierte Bürokonzept.

Sabine Ullrich: Außerdem hat kein anderes Büroviertel einen eigenen See, ist autofrei und liegt inmitten eines der größten Erholungsgebiete der Stadt. Wir wissen aber auch, dass unsere Professionalität, die wir bei der Aufbereitung des gesamten Projektes gezeigt haben, von den Entscheidungsträgern der OMV sehr geschätzt wurde.

STANDARD: Bei aller Wertschätzung für Ihr "viertel zwei"-Projekt, letztlich wird wohl vor allem der Preis den Ausschlag gegeben haben . . .

Griesmayr: Das wissen wir nicht, wir kennen die Angebote der Mitbewerber nicht. Die OMV hat aufgrund der Größe der Fläche und der Bedeutung des Unternehmens klarerweise sehr hart, aber auch sehr fair verhandelt. Das Ergebnis ist ein gutes für beide Seiten.

STANDARD: Angeblich hatten Sie noch gar keine Finanzierung für das Projekt fixiert. Ziemlich riskant für die OMV, sich da für Sie zu entscheiden.

Griesmayr: Natürlich haben wir bereits fixe Finanzierungszusagen. Aber wenn sich das prominenteste international tätige Unternehmen Österreichs für unser Projekt entscheidet, und das mit einem langfristigen Mietvertrag, ist das nicht nur ein Riesenerfolg für die IC Projektentwicklung, sondern bringt uns auch entsprechenden Rückenwind bei den weiteren Verhandlungen mit den Banken.

STANDARD: Damit haben Sie sowohl den Büroturm "hoch zwei" von henke und schreieck als auch den angrenzenden Flachbau "plus zwei" von Martin Kohlbauer an die OMV vermietet. Zur ersten Baustufe zählt außerdem ein Hotel, wird auch das zeitgerecht fertig?

Ullrich: Für das Hotel führen wir derzeit die Endverhandlungen mit einem konkreten Betreiber und gehen davon aus, dass wir dieses Projekt noch vor der Fußball-EM im Juni 2008 eröffnen werden. Das Hotel wird also sogar noch vor den Büroflächen für die OMV fertig werden.

STANDARD: Es gibt direkt angrenzend eine weitere Baustufe mit 25.000 Quadratmetern. Wird der Baulärm für die Mieter nicht störend sein?

Griesmayr: Nein, denn dank der raschen Vermietung der ersten Baustufe ziehen wir die zweite Baustufe jetzt vor. Die Fertigstellung soll zeitgleich mit dem Einzug der OMV in "hoch zwei" und "plus zwei" erfolgen.

STANDARD: Damit haben Sie dann doch wieder eine große Leerfläche am Standort . . .

Ullrich: Ich bin davon überzeugt, dass die OMV als Anker-Mieter den Standort "viertel zwei" für viele Unternehmen noch attraktiver macht. Wir rechnen daher mit einer raschen Vermietung dieser zweiten Baustufe und der 5000m² Büroflächen in den obersten drei Stockwerken des Hotels.

STANDARD: Es fiel auf, dass bei dem Deal kein österreichischer Makler beteiligt war, sondern lediglich ein deutsches Team des internationalen Immobilienberaters Jones Lang LaSalle. Was haben die Deutschen, was heimische Makler nicht können?

Griesmayr: Wir haben bewusst keinen Makler beauftragt, allerdings hatte die OMV Jones Lang LaSalle als deren Berater engagiert, was meiner Meinung nach ein kluger Schachzug war. Angesichts des doch sehr kleinen österreichischen Marktes - wo jeder jeden kennt - war dadurch sichergestellt, dass nur wenig Information nach außen gedrungen sind und somit gleiche Chancen für alle Beteiligten bestanden. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4./5.3.2006)

Das Gespräch führte Gerhard Rodler.

Mehr zum Thema

OMV: Neue Konzernzentrale ab 2009
  • Sie entwickeln in der Wiener Krieau einen neuen Stadtteil: Michael Griesmayr und Sabine Ulrich von IC Projektentwicklung. Hauptmieter von "viertel zwei" wird die OMV.
    fotos: ipc

    Sie entwickeln in der Wiener Krieau einen neuen Stadtteil: Michael Griesmayr und Sabine Ulrich von IC Projektentwicklung. Hauptmieter von "viertel zwei" wird die OMV.

Share if you care.