Republikaner muss wegen Bestechung ins Gefängnis

8. März 2006, 11:43
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Mehr als acht Jahre Haft für Kangressabgeordneten - Dimension des Korruptionsskandals beispiellos in der Geschichte des Kongresses

San Diego - Wegen der Annahme von 2,4 Millionen Dollar (2,00 Mio. Euro) an Bestechungsgeldern ist ein früherer Abgeordneter des US-Kongresses am Freitag zu acht Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Randy Cunningham wurde sofort nach der Urteilsverkündung des Gerichts im kalifornischen San Diego in Haft genommen. Der altgediente Abgeordnete der Republikaner hatte im November sein Mandat niedergelegt, nachdem er die Bestechung zugegeben hatte.

Die Dimension des Bestechungsfalles ist beispiellos in der Geschichte des US-Kongresses. Der 64-Jährige, ein hochdekorierter Vietnam-Veteran, hat Gerichtsdokumenten zufolge von Rüstungsunternehmen unter anderem Bargeld, Antiquitäten, Reisen, eine Yacht und einen Rolls-Royce erhalten.

Einer von mehreren Skandalen

Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe von zehn Jahren beantragt, Cunninghams Anwalt Lee Blalack plädierte auf sechs Jahre. Die vom Gericht verhängte Strafe von mehr als acht Jahren ist die höchste seit Jahrzehnten, die gegen einen Kongressabgeordneten ausgesprochen wurde.

Der Fall Cunningham ist nur einer von mehreren Skandalen, in die Parlamentarier der Partei von Präsident George W. Bush verwickelt sind. So musste etwa der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, Tom DeLay, im Zuge von Ermittlungen wegen illegaler Wahlkampffinanzierung zurücktreten. Die Ermittlungen gegen den Lobbyisten Jack Abramoff könnten weitere unliebsame Überraschungen für die Republikaner bergen. Bei der Partei Bushs wächst deshalb die Sorge, die oppositionellen Demokraten könnten bei der Zwischenwahl im November die Kontrolle über den Kongress zurückgewinnen. (APA/AP)

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