Italienischer Doppelsieg in Südkorea

9. März 2006, 19:42
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Wie schon in Alta Badia, nur diesmal Simoncelli vor Blardone - Die ÖSV-Läufer spielten in der Entscheidung keine Rolle: Raich Fünfter

Yongpyong - Ein Podestplatz ist sich zwar nicht ausgegangen und die Führung im Riesentorlauf-Weltcup hat er auch abgegeben, der Pitztaler Benjamin Raich machte am Samstag als Fünfter im ersten von zwei RTL-Weltcups in Yongpyong (Südkorea) aber wichtige Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup. Das Rennen wurde Beute des Italieners Davide Simoncelli, der sich mit 0,08 Sekunden vor seinem Landmann Massimiliano Blardone durchsetzte.

Starke Windböen

Der leicht erkältete Raich lag nach dem ersten von starken Windböen beeinflussten Lauf als zweitbester Österreicher hinter Stephan Görgl (9.) nur an elfter Stelle, im Finale hatte der Doppel-Olympiasieger keine Mühe mehr mit der Piste und so gelang eine deutlichen Rangverbesserung. "Ich habe die Fehler vom ersten nicht mehr gemacht, es war optimal, das Timing passte", sagte der Tiroler. Görgl wurde 7., die weiteren vier klassierten Österreicher landeten im geschlagenen Feld - Rainer Schönfelder wurde 19., Michael Walchhofer 20., Patrick Bechter 21. und der Olympia-Dritte Hermann Maier nur 23.

Der Halbzeitzweite Simoncelli und der hinter ihm platzierte Blardone fuhren im zweiten Lauf die exakt gleiche Zeit, weshalb der 27-Jährige Mann aus Rovereto, der seine zweiten Weltcupsieg feierte (zuvor RTL Alta Badia 2003), am Ende knapp die Nase vorne hatte. Der Doppelsieg ist ein kleiner Trost, denn bei Olympia hatte es nicht mit einem einzigen Medaillengewinn für das italienische Alpin-Skiteam geklappt. "Es ist großartig, nach den enttäuschen verlaufenen Olympischen Spielen wieder zurück an der Spitze zu sein", sagte Simoncelli.

Blardone im RTL-Weltcup vor Raich

Halbzeitleader Aksel Lund Svindal aus Norwegen fiel auf Platz drei zurück. Blardone reichte der zweite Rang, um Raich im Disziplinenweltcup die Führung abzujagen. Der Italiener hat 13 Punkte Vorsprung, zwei Rennen stehen noch auf dem Programm, ein weiterer Lauf am Sonntag in Yongpyong und dann das Finale in Aare. "Das ist natürlich nicht optimal, aber es war mir klar, dass der Blardone gut fährt, er ist schon die ganze Saison super drauf. Es bleibt knapp und es sind noch zwei Rennen", kommentierte Raich die Situation.

Raich im Gesamtweltcup überlegen voran

Im Gesamtweltcup baute der perfekteste Skifahrer der Gegenwart, der wegen der leichten Verkühlung der Startnummernauslosung für das zweite Rennen am Sonntag fern blieb, seine Führung aus. Er liegt nun mit 1.110 Punkten 279 Zähler vor seinem Teamkollegen Michael Walchhofer (831), 362 vor dem US-Amerikaner Bode Miller (748), der die Asien-Tour auslässt, sowie 367 vor Hermann Maier (743) und 383 vor Daron Rahlves (USA/727).

Der Flachauer Maier hat sich von seiner Grippe noch nicht erholt, zugesetzt haben ihm auch die Reisestrapazen: "Es war heute alles erzwungen, kein Spaß dabei. Es fehlt der letzte Biss. Ich habe mich dem Rennen angepasst", meinte er. Die Riesentorlauf-Kugel und den Gesamtweltcup hat er endgültig abgehakt: "Dazu hätte ich heute schon gewinnen müssen. Ich bin schon ein Mathematiker, aber jetzt stelle ich keine Rechnung mehr an. Es ist nicht mehr möglich, Benni einzuholen." (APA)

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    Bei Olympia lief es nicht, jetzt sind sie wieder da: Davide Simoncelli (rechts) und Massimilliano Blardone.

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