Beresowski: Nicht von gewaltsamen Umsturzplänen in Moskau gesprochen

8. März 2006, 16:14
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Großindustrielle deklariert sich aber als Gegner von Putin

London - Der russische Großindustrielle Boris Beresowski hat russische Anschuldigungen zurückgewiesen, er plane den gewaltsamen Umsturz von Präsident Wladimir Putin. Die russische Staatsanwaltschaft hat Großbritannien ersucht, Beresowski wegen solcher Pläne an Russland auszuliefern. Er habe keineswegs von einen gewaltsamen Umsturz gesprochen, hieß es in einem Brief Beresowskis an den britischen Außenminister Jack Straw.

Allerdings sei er weiterhin ein Gegner "des russischen Regimes, das sich selbst in Russland etabliert hat", schrieb der frühere Weggefährte von Putin. "Ich wünsche mir, dass Russland ein freies, demokratisches Land wird, in dem das Recht auf freie Meinungsäußerung respektiert wird."

Auslieferung

Eine Sprecherin des russischen Generalstaatsanwalts hatte am Donnerstag gesagt, gegen Beresowski werde ermittelt, weil er einen Regierungsumsturz in Moskau erzwingen wolle. Es seien bereits die für eine Auslieferung erforderliche Dokumente nach Großbritannien geschickt worden. Beresowski hatte in der Vergangenheit in Interviews das Vorhaben einer Machtübernahme in Moskau angedeutet.

Beresowski genießt seit 2003 in Großbritannien politisches Asyl, nachdem er sich mit Putin entzweit und in das Land geflüchtet war.

Großbritannien hatte ein früheres Gesuch Russlands abgelehnt, Beresowski für einen Prozess wegen Betruges auszuliefern. Kürzlich signalisierte Außenminister Straw aber, er könnte seine Haltung ändern und das Bleiberecht Beresowskis überprüfen. "Das Eintreten für den gewaltsamen Umsturz eines souveränen Staates ist inakzeptabel", hatte Straw in einer Stellungnahme erklärt. (APA/Reuters)

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