Alle EU-Gleichstellungsvorschriften werden überprüft

3. März 2006, 20:23
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EU-Kommissar: "Überholtes soll abgeschafft werden" - Gender-Institut nimmt ab 2007 Arbeit auf

Brüssel - EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla stellt sämtliche EU-Bestimmungen zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf den Prüfstand. Was davon überholt sei, solle abgeschafft werden, sagte Spidla am Freitag in Brüssel.

Die Überprüfung aller Bestimmungen bis zum Jahr 2010 könne aber auch zu dem Ergebnis führen, dass neue Vorschriften geschaffen oder bestehende verschärft werden. Spidla kündigte zudem die Gründung eines Instituts für Gleichstellungsfragen an, für das Brüssel 50 Millionen Euro ausgeben will.

Gender-Institut ab kommenden Jahr

Das Gender-Institut soll am 1. Jänner kommenden Jahres seine Arbeit aufnehmen und bis 2013 ein Budget von 52,5 Millionen Euro zur Verfügung haben, hieß es am Freitag in Brüssel. Zugleich stellte die Kommission einen Vier-Jahres-Plan zur Gleichstellung vor.

Mit diesem Plan soll sichergestellt werden, dass die Gleichstellung in allen Politikbereichen der EU berücksichtigt wird. Außerdem will die EU-Kommission das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern sowie Gewalt gegen Frauen bekämpfen.

Noch immer seien Frauen EU-weit benachteiligt, vor allem im Arbeitsleben, erklärte der Kommissar für Beschäftigung und Soziales, Vladimir Spidla. Jede dritte Frau habe nur eine Teilzeitstelle. Die Gleichstellung von Frauen und Männern helfe den Menschen, ihr volles Potenzial zu entfalten und sei ein wesentlicher Faktor dabei, die EU wettbewerbsfähiger zu machen, betonte Spidla.

Bewusstsein in Schulen schärfen

Mit Bildungsprogrammen will die Kommission das Bewusstsein für Gleichstellung schon in Schulen schärfen. Außerdem sollen flexible Arbeitszeitmodelle propagiert werden, damit sowohl Frauen als auch Männer Kindererziehung und Job besser vereinbaren können.

EU-Angaben zufolge nutzen nur 7,4 Prozent der Männer die Möglichkeit einer Babypause. Und in Großbritannien liegt das Durchschnittseinkommen von Frauen 17 Prozent unter dem Gehalt von männlichen Angestellten. (APA)

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    EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla
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