Katzav verurteilt Übergriff in christlicher Kirche in Nazareth

9. März 2006, 13:46
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"Erschütternder Vorfall" - Feuerwerkskörper während Messe in Basilika gezündet

Jerusalem - Der israelische Staatspräsident Moshe Katzav hat am Sonntag den Übergriff einer israelischen Familie in der Verkündigungskirche in Nazareth verurteilt. Katzav betonte im israelischen Rundfunk, Israel werde weiter mit aller Macht die heiligen Stätten aller Religionen im Land verteidigen. Er bat Religionsrepräsentanten, sich für eine Beruhigung der Gemüter einzusetzen. Der "erschütternde Vorfall" dürfe die guten Beziehungen zwischen Juden und Christen nicht beeinträchtigen, forderte er.

26 Verletzte bei nachfolgenden Tumulten

Ein jüdischer Israeli und seine christliche Frau hatten am Freitag während einer Messe in der Basilika Knallkörper und Gaskartuschen gezündet. Bei nachfolgenden Ausschreitungen waren nach israelischen Medienberichten mindestens 13 Polizisten und 13 Demonstranten verletzt worden.

Hintergrund der Tat sind persönliche Schwierigkeiten des Paares, die so die Weltöffentlichkeit auf ihre Probleme aufmerksam machen wollten. Am vergangenen Mittwoch hatte die Sozialbehörde ihnen ein Kleinkind wegen Vernachlässigung weggenommen. In der Vergangenheit hatte die Familie bereits für Schlagzeilen gesorgt, als sie politisches Asyl in den Palästinensergebieten beantragte und vorübergehend nach Ramallah zog.

Israelisch-arabische Politiker sprachen hingegen von einer Tat jüdischer Extremisten und warfen der israelischen Regierung Tatenlosigkeit vor. Tausende Demonstranten hatten nach der Tat versucht, auf das Gelände der Verkündigungskirche vorzudringen. Nach christlicher Überlieferung hat dort der Engel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt Jesu verkündet. (APA/dpa)

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