Wider die Erbärmlichkeit

16. März 2006, 11:46
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Grüne wollen Frauensport fördern - Doping: Schweitzer will flanken

Wien - Bundeskanzler Wolfgang Schüssel wird aufgefordert, bis 30. Juni 2006 einen "Frauenförderungsbericht zum Spitzensport" vorzulegen. So lautet der dem Sportausschuss zugewiesene Entschließungsantrag, den die Grünen am Donnerstag im Nationalrat stellten. Hintergrund ist die schon vom STANDARD als "erbärmlich" kritisierte Quote bei den Winterspielen in Turin, wo auf 63 Österreicher nur 19 Österreicherinnen kamen.

Ulrike Lunacek, Mitglied im Sportausschuss, wünscht sich, dass "die Ursachen für die mangelnde internationale Präsenz von österreichischen Sportlerinnen umfassend analysiert werden". In einem Maßnahmenkatalog sollen konkrete Schritte in allen Bereichen des Sports formuliert werden, um die Situation des Frauensports in Österreich zu verbessern.

Lunacek knüpft an Forderungen der Plattform "Frauen im Sport" an, die da beispielsweise lauten: gleiche Zugangschancen für Mädchen und Frauen zu allen Sportarten und Disziplinen, ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in Entscheidungsgremien des Sports, soziale Absicherung von Spitzensportlerinnen, einheitliche Preisgelder. Für Österreich sei es "nicht zuletzt auch im Hinblick für Bewerbungen als Austragungsland für Großsportveranstaltungen wichtig, kein antiquiertes, sondern ein modernes Bild einer Sportlandschaft abzugeben".

Unter dem Eindruck ganz anderer unerfreulicher Olympia-Vorkommnisse hat Sportstaatssekretär Karl Schweitzer nun auch "flankierende Maßnahmen" zum Anti-Doping-Gesetz verlangt. So soll ein "zentraler Anti-Doping-Koordinator" ein "nationales Informationsnetz" aufbauen. (fri - DER STANDARD PRINTAUSGABE 4./5.3. 2006)

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