Networking und Vertrauen

Heidi-Atsuko Aichinger, 06. März 2006 14:40

Kleinmütigkeit und Geiz zerstören die Vitalität jedes Netzwerkes

Es gibt hunderte Bücher am Markt, in denen beschrieben steht, wie Sie richtig networken sollen. Nun, ich sage nicht, dass diese Bücher Unrecht haben. Ich sage nur, dass sie sehr oft das Wesentliche nicht kommunizieren - nämlich dass Networking eine Haltung ist und keine Karrieretechnik. Also vergessen Sie sofort, dass Sie mit Networking-Techniken andere Menschen instrumentalisieren können. Es funktioniert nicht - und wenn, nur kurzfristig und zum nachhaltigen Schaden für Sie.

Wie oft habe ich Menschen gesehen, die damit geprotzt haben, wen sie nicht alles kennen würden - und wie schnell und wie nachhaltig hatten diese Person ihr Vertrauenskapital eingebüßt! Und hier sind wir beim Kern der Sache: Vertrauen. Es ist das höchste Gut im (Business-)Leben; man muss lange dafür arbeiten, und es ist nur allzu schnell verspielt. Vertrauen entsteht nicht durch den Austausch von Visitkarten, auch nicht dadurch, dass man vermeintlich wichtige Personen anbaggert und mit seinen tollen Kontakten protzt. Vertrauen entsteht dann, wenn das Beziehungskonto für beide Seiten im Plus ist. Was Sie dafür tun können, dass es so ist?

  • Seien Sie der Erste, der gibt, und erwarten Sie keine Gegenleistung dafür. 
  • Gemeinsame Freunde verstärken die Beziehung: Stellen Sie Personen, zu denen Sie bereits einen Zugang haben, einander vor.
  • Seien Sie respektvoll, neugierig und offen.
  • Reden Sie nicht schlecht über abwesende Dritte. Seien Sie positiv.
  • Lernen Sie vom anderen, und belehren Sie nicht.
  • Seien Sie authentisch, und blasen Sie sich nicht auf.
  • Versprechen Sie niemals, was Sie nicht halten können.
  • Seien Sie nicht kleinmütig und ängstlich, wenn Sie etwas hergeben.


Nur wenn Sie etwas geben, ohne etwas dafür zu erwarten, bekommen Sie ein Mehrfaches zurück Kleinmütigkeit und Geiz zerstören nicht nur die Menschen, sondern auch die Vitalität jedes Netzwerks. Netzwerke leben von wechselseitigem Geben und Nehmen. Dort, wo man nicht gibt, weil man nicht weiß, ob etwas zurückkommt, dort funktioniert Networking nicht. Das hat nichts mit Freunderlwirtschaft zu tun, sondern mit den elementarsten Grundlagen des sozialen Lebens: Vertrauen und Reziprozität. (Der Standard, Printausgabe 4./5.3.2006)

Von Harald Katzmair, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der FAS.research (Wien, San Francisco), FAS
jose luis schuster
28.03.2006 12:06

scheint unter consultern gerade hip zu sein, listen mit banalen binsenweisheiten aufzustellen...

BUSYPEOPLECOACHING
27.03.2006 16:56
Networking und Vertrauen?

Was hat das nun speziell mit Networking zu tun? Sind das nicht Dinge, die eigentlich im Alltag genau so selbstverständlich sein sollten?

Viel interessanter wäre doch eine Betrachtung von Networking und dessen Selbstregulierung.

Mag. Michael Sicher - www.BUSYPEOPLECOACHING.at

Management Quatscher
19.03.2006 19:09

"Seien Sie authentisch, und blasen Sie sich nicht auf."

"Versprechen Sie niemals, was Sie nicht halten können."

Warum befolgen die Consulter nicht ihre eigenen Ratschläge ?

petitprince
17.06.2007 06:54
Consulter ...

das ist ganz einfach warum die Consulter seine eigene Ratschläge nicht befolgen! Consulter wissen nämlich selbst nicht worum es geht und holen sich dann meistens einen CONSULTANT ... !

DaSouls
17.03.2006 15:33
Hiss

das früher nicht Seilschaft, filz, Vit B, Korruption, freundelwirtschaft ?

Management Quatscher
19.03.2006 19:08

Ja, das stimmt.

Nur sind Begriffe wie Seilschaften, Freunderlwirtschaft und Vitamin B nicht "positiv" besetzt (und können daher nicht "kommuniziert" werden, würden die Coaches und Consulter sagen)

Außerdem ist "Networking" Englisch und das ist in Zeiten des globalen Managementenglisch-Dummquatsches wichtig.

(Die Consulter werden das natürlich vehement bestreiten und behaupten, daß Networking natürlich was ganz anderes ist als Freunderlwirtschaft)

mein mikrokosmos
14.03.2006 17:25
'Seien Sie der Erste, der gibt, und erwarten Sie keine Gegenleistung dafür. ' ..

.. vorzugsweise dann, wenn sie 'ihr' netzwerk dann mal in anspruch nehmen müssen/wollen

.. solcherlei ratschläge sind mühsam, wenn man nicht dazu sagt, dass diese großzügigkeiten auf dem gegenseitigem verständnis fußen müssen, zwar nicht gleich, aber dann doch auch bei anforderung gegengeleistet zu werden

.. ansonsten droht dem armen würstchen die rolle des ewig dienenden anbiederers, der sich im besten fall mit einem fußtritt begnügen darf

black voice
06.03.2006 16:21
Begriffsverwirrung

Networkmarketing im Sinn von Beziehungsmarketing macht gewissen Sinn. Als MLM soll man dabei bleiben, was enem der gesunde Hausverstand sagt: mathematisch gesehen nicht möglich, Beziehung (Netzwerk) - belastend.

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