Mit der Zeit kann es auch kratzen

21. März 2006, 13:07
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Das heurige niederösterreichische Donaufestival startet am 20. April in Krems

Wien - Voriges Jahr war der Umstieg des Donaufestivals von der Hoch- zur Popkultur ein gewagter Schritt. Immerhin verlegte sich Intendant Thomas Zierhofer-Kin nach etwas betulichen Deutungen zeitgenössischen Theaters und allfälliger "Weltmusik" früherer Jahre bei seinem Antritt 2005 darauf, mit einem radikal im Pop- und Performance-Underground verankerten Programm, ein älteres Publikum gegen junge Leute auszutauschen. Auch heuer wird dieser Weg konsequent weitergegangen werden.

Vom 20. April bis 6. Mai wird man in Krems und Korneuburg neben internationalen Performance-Ensembles wie Gob Squad oder Superamas vor allem auch jene Musik erleben können, die sonst eher in grindigen Nachtlokalen am Wiener Gürtel oder am Praterstern daheim ist.

Der US-Extrem-Sänger Mike Patton wird dabei ebenso einen Abend zwischen Schwermetall, Avantgardeelektronik und rumänischer Roma-Musik gestalten (21. 4., Halle 1, Krems) wie einen Tag vorher an selber Stelle die US-Grenzland-Rocker ...And You Will Know Us By The Trail Of The Dead gemeinsam mit den Kölner Elektronikern Mouse On Mars und dem japanischen Gitarristen Keiji Haino im Verein mit dem Ensemble Zeitkratzer auftreten.

Weitere Abende bieten neben obligatem DJ-Programm und Sound-Lectures des britischen Klangforschers David Toop auch Electropunk von Szenestar Peaches, den letzten Auftritt der fabulösen deutschen Pioniere Faust oder Newcomer wie Architecture In Helsinki oder die russischen Messer Chups. (schach/DER STANDARD, Printausgabe, 04./05.03.2006)

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    grafik: festival
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