[dag]: Mediale Federn

8. März 2006, 19:32
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Gehege für Katzen - Manche Ratschläge klingen ein wenig sonderbar

Vor einigen Tagen war zu erfahren, dass uns die Vogelgrippe 150 Jahre erhalten bleiben könnte. "Uns" heißt somit auch: uns Journalisten. Entwickeln sich die Schlagzeilen der vergangenen Wochen, in denen es vor allem darum ging, wo und in welchem Tiergewande der tödliche Virus jeweils zum ersten Male aufgetreten ist, kontinuierlich weiter, so liest man im Jahr 2156 vielleicht: "Schock unter Hirtenberger Sportschützen: Erstmals Tontaube von Vogelgrippe befallen."

Die ruhigere H5N1-Berichterstattung konzentriert sich da eher auf Vorbeugetipps von Experten. Zugegeben, manche Ratschläge klingen ein wenig sonderbar. Im Kurier las man am Mittwoch wortwörtlich in großen Lettern: "Seuchenbehörde empfiehlt, Katzen dort einzusperren, wo tote Vögel gefunden wurden." Das dürfte erstens eine ziemliche Knochenarbeit werden: Man müsste direkt am Fundort toter Vögel eigene Gehege errichten und dann schauen, wie man die Katzen der Umgebung dort hineinbekommt. Zweitens stellt sich die Frage, wie sinnvoll es ist, Katzen quasi die Totenwache über möglicherweise grippeverseuchte Vögel abhalten zu lassen. - Aber da bleiben uns ja noch 150 Jahre, um Antworten darauf zu finden. Nur keine Panik. (Daniel Glattauer, DER STANDARD Printausgabe 3/5.3.2006)

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