Junge Mutter in Liberia verkaufte Baby für 60 Euro

5. März 2006, 19:52
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Flüchtling wollte sich Rückkehr in ihre Heimat finanzieren - Wurde festgenommen

Monrovia/Nairobi - Eine junge Mutter in Liberia ist festgenommen worden, als sie ihren Säugling auf offener Straße für 60 Euro verkaufen wollte. Sie habe das Kind zuvor wie eine Marktfrau in einem Korb auf dem Kopf getragen und gerufen, "Kauft ein Baby, kauft ein Baby", berichtete der Radiosender der UN-Mission in Liberia am Freitag. Die 25-Jährige zählt zu den Tausenden Flüchtlingen, die zwei Jahre nach Ende des Bürgerkriegs noch immer nicht in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

Sie habe das Kind verkaufen wollen, um das Geld für die Rückkehr in ihre Heimat zu bekommen, sagte sie. Als eine Frau mit ihr handelseinig wurde und Geldscheine abzählte, wurden Passanten aufmerksam und holten die Polizei. In Liberia ist Kinderhandel ein großes Problem. Viele arme Familien lassen sich ihre Kinder von professionellen Händlern abnehmen, die ihnen Ausbildung und Einkommen versprechen. Die meisten von ihnen werden jedoch weiter vermittelt und leisten als Hausmädchen oder auf Plantagen Knochenarbeit. (APA/dpa)

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