Mussolini: "Ohne Großvater würden die Libyer noch auf Kamelen reiten"

9. März 2006, 15:07
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Enkelin des "Duce" sorgt in Italien und Libyen für Eklat - "Faschistische Kolonialpolitik war konstruktiv"

Rom - Im Streit zwischen Rom und Tripolis um Entschädigungszahlungen für die italienische Kolonialzeit (1911-1943) in Libyen hat sich die Rechts-Politikerin Alessandra Mussolini, Enkelin des "Duce", eingeschaltet. "Hätte es meinen Großvater nicht gegeben, würden die Libyer noch auf Kamelen mit dem Turban am Kopf reiten. Sie müssten uns für die Kolonialzeit eigentlich danken. Wir haben einen positiven Kolonialismus betrieben. Der Faschismus hat Demokratie gebracht und in Libyen Straßen, Schulen und Häuser gebaut", sagte die Enkelin von Benito Mussolini nach Angaben italienischer Medien vom Freitag.

Mussolini rief Italien auf, sich von den Erdöleinfuhren aus Libyen unabhängig zu machen. "Wir können nicht länger von Libyens Erdöl abhängen. Wegen dieser Abhängigkeit können wir weder unseren Staat noch unsere Religion verteidigen. Schluss mit diesem Kniefall vor (dem Revolutionsführer Muammar) Gaddafi", sagte Mussolini. Sie sprach sich für die Wiederaufnahme einer Atompolitik aus, dank der sich Italien von Erdöleinfuhren aus arabischen Ländern unabhängig machen könne.

"Man muss Gaddafi stoppen"

Angesichts von Drohungen durch Gaddafi forderte Mussolini, Chefin der rechtsextremen Partei Alternativa Sociale, einen internationalen Eingriff. "Man muss Gaddafi stoppen, der ständig Hass und Gewalt schürt. Die internationale Diplomatie sollte nicht wegblicken. Gaddafis Worte sollten nicht nur für Italien, sondern für die ganze demokratische Welt unerträglich sein", so Mussolini.

Gaddafi hatte Rom am Donnerstagabend vor weiteren gewalttätigen Protesten wie jenen vor dem italienischen Konsulat in der Stadt Bengasi gedroht, bei dem vor zwei Wochen elf Personen ums Leben gekommen waren. Gaddafi rief Italien auf, die von Libyen geforderte Entschädigung für die Kolonialzeit zu zahlen, um das gespannte Klima aufzulockern. "Die Libyer suchen seit 1911 nach Gelegenheiten, um ihre Wut gegen Italien auszutoben, das das Land besetzt hatte", sagte Gaddafi. (APA)

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