USA: Konjunkturängste sorgen für volatile Werte

8. März 2006, 09:19
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Ein Kommentar von Alexander Sikora-Sickl aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Der US Aktienmarkt tendierte in der abgelaufenen Handelswoche leicht fester, präsentierte sich jedoch im Verlauf der Woche sehr volatil. Vor allem von volkswirtschaftlicher Seite gemeldete Daten führten zunächst zu Konjunkturängsten und ließen Sorgen betreffend der weiteren Gewinnentwicklung aufkeimen. So lagen die Verkaufszahlen von Eigenheimen, der Einkaufsmanagerindex für Chicago und das Konsumentenvertrauen unter den Erwartungen der Marktteilnehmer. Die jüngsten BIP-Zahlen wurden zwar leicht nach oben revidiert, zeigen jedoch noch immer das geringste Wachstum seit dem 4. Qu. 2002 an. Unterstützung hingegen erhielt der Markt in der zweiten Wochenhälfte von den Konsumausgaben, welche den kräftigsten Zuwachs seit sechs Monaten zu verzeichnen hatten, sowie vom ISM-Index.

Gemischt fielen auch die Unternehmensnachrichten aus. Die Baumarktkette Lowe’s meldete einen Quartalsgewinn deutlich über den Markterwartungen. Merrill Lynch konnte nach der Ankündigung eines groß angelegten Aktienrückkaufsprogrammes Kurszuwächse verbuchen. Insgesamt will die Investmentbank 6,4% der Aktien (Wert USD 6 Mrd.) zurückkaufen. Der Kosmetikkonzern Avon Products, dessen Vertrieb ausschließlich über Haustürgeschäfte strukturiert ist, profitierte von einer Gesetzesänderung in China. Künftig wird es dem Unternehmen auch in China erlaubt Haustürgeschäfte zu betreiben. Positive Nachrichten kamen außerdem von dem Softwarehersteller Autodesk, der im abgelaufenen Quartal seine Umsatzprognosen übertreffen konnte und seinen Ausblick für das laufende Quartal nach oben revidierte. Texas Instruments konnte nach der Aussage des Finanzvorstandes zulegen, wonach die Lagerstände niedrig und die weltweite Nachfrage nach Chips stark sei. Der Telekomausrüster Ciena überraschte mit einer deutlichen Eindämmung seines Quartalsverlustes positiv. Die Aktie des Ölfeldausrüsters Transocean stieg nach Verkündigung eines Großauftrages von Chevron im Wert von USD 1,7 Mrd.

Enttäuschung der Woche war die Aktie der Internetsuchmaschine Google. Diese brach ein, nachdem sich der Finanzvorstand sehr zurückhaltend über die künftigen Wachstumsperspektiven geäußert hatte. Unter Druck befanden sich des weiteren Aktien des Gesundheitssektors. Auslöser hierfür war einerseits das schwache Quartalsergebnis von King Pharmaceuticals, andererseits die Umsatzwarnung von Millennium Pharmaceuticals für das laufende Geschäftsjahr. Negative Nachrichten waren mehrheitlich aus dem Einzelhandelssektor zu vernehmen. Die Textilketten Gap und Abercrombie&Fitch verfehlten ihre Umsatzziele, der zweitgrößte Discounter Target meldete einen schwachen Umsatzausblick für März. Ausnahme war lediglich der Textilhändler Staples, der überraschend positive Quartalsergebnisse ausweisen konnte. Zur Schwäche neigten einmal mehr Aktien der Automobilbranche. Grund hierfür war der Achsenhersteller Dana, der die Zinszahlungen für seine Anleihen ausgesetzt hat und kurz vor dem Konkurs stehen dürfte.

Der Nachrichtenfluss präsentiert sich aktuell gemischt, so dass zuletzt die Verunsicherung im Markt angestiegen ist. Dieser Umstand dürfte bis auf weiteres anhalten und auch in der kommenden Woche für eine volatile Kursentwicklung sorgen.

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