Starke Österreich-Präsenz bei Leipziger Buchmesse

10. März 2006, 12:44
1 Posting

20 heimische Verlage vertreten

Wien - Österreichs Verlage und Literaten blicken der Leipziger Buchmesse sehr optimistisch entgegen. Am Stand des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels präsentieren sich von 16. bis 19. März 20 heimische Verlage, 32 Verlage sind mit eigenen Ständen auf der Messe. Der Stand der IG Autorinnen Autoren ist gleich doppelt so groß wie im Vorjahr. Leipzig habe sich als Literaturmesse deutlich profiliert, sagte der Geschäftsführer der IG, Gerhard Ruiss. Auf Grund des starken Publikumsinteresses spricht er sogar von einem "kleinen Messewunder". Mit Franz Schuh ist ein Österreicher für den "Preis der Leipziger Buchmesse" nominiert.

Am Österreichstand des Hauptverbands finden 23 Lesungen im dazugehörigen Wiener Kaffeehaus statt. Dabei geben die Krimi-Spezialistinnen Eva Rossmann, Ingrid Noll und Gabriele Wolff Einblick in mörderische Milieus, Eugenie Kain und Alois Hotschnig präsentieren leisere Erzählungen, während Alexander Schimmelbusch und Raoul Biltgen laut Aussendung "härteren Stoff liefern". Außerdem wird Franz Schuh aus seinem Essayband "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" (Zsolnay) lesen, der in der Kategorie Sachbuch/Essayistik um den "Preis der Leipziger Buchmesse" rittert.

"Literadio"

Das Programm der IG ist in diesem Jahr eng verknüpft mit jenem des Hauptverbands. Daher gebe es diesmal kein eigenes Leseprogramm, man widme sich verstärkt dem so genannten "Literadio", berichtete Ruiss. Das EU-geförderte Lokalradio-Projekt soll begleitend einen Eindruck von der Messe liefern und dabei immer wieder Autoren und Autorinnen direkt ins Wohnzimmer liefern. Der IG-Chef sieht Österreich durch die zwei Stände sehr stark vertreten, daher würden Einzelaussteller immer seltener. Dieses Jahr richten 32 Verlage eigene Stände aus.

Leipzig gilt bei den deutschen Buchmessen als kleine Schwester von Frankfurt. Ruiss attestiert dem ostdeutschen Standort jedoch bessere Perspektiven. Die Buchmesse in Leipzig falle vor allem durch eine "nicht so merkantile Organisation" wie jene in Frankfurt auf, der Inhalt stehe im Vordergrund. Durch die Aktion "Leipzig liest" habe man sich nach dem Umzug auf das Messegelände auch das Publikum wieder zurückgeholt, und die Lesungen seien stets außerordentlich gut besucht. "Darum wollen wir uns dort nun auch stärker platzieren", so Ruiss.

Zum weltweit größten Literaturfestival "Leipzig liest" erwartet die Buchmesse rund 1.500 Gäste aus dem In- und Ausland. Der 15. Jahrgang des Lesefestes bietet mit 1.800 Veranstaltungen ein opulentes Angebot an rund 300 Veranstaltungsorten. (APA)

Share if you care.