Krebs: Bioinformatiker entwickeln Vorhersagemodell

3. März 2006, 15:26
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Nächstes Ziel ist ein Konzept für Medikamente mit erheblich weniger Nebenwirkungen als bei der epigenetischen Therapie

München - Bioinformatiker des Max-Planck-Institutes für Informatik in Saarbrücken arbeiten an einer neuen Krebs-Behandlungsmethode. Anders als bei der Chemotherapie oder chirurgischen Operationen ziele der Ansatz nicht darauf ab, Tumore zu töten oder zu entfernen, teilte die Max-Planck-Gesellschaft in München mit. Vielmehr solle das Zellwachstum mit Medikamenten in einen harmlosen Zustand zurückverwandelt werden. Mehrere Labore und Pharma-Unternehmen arbeiteten bereits an der Entwicklung an Medikamenten bei dieser so genannten epigenetischen Therapie, erklärten die Forscher.

Dem aus Informatikern und Genetikern zusammengesetzten Saarbrücker Wissenschafter-Team zufolge gibt es bei dem Therapieansatz bisher jedoch problematische Nebenwirkungen, da entsprechende Medikamente auch in die gesunde Zellentwicklung einwirkten. Dies könne zu Schäden bei späteren Kindern der Patienten führen.

Damit nur die bösartigen Zellen in ihrem Wachstum gehemmt werden, haben die Bioinformatiker nun ein Computer-Programm erstellt, mit dem die Verteilung von Methylgruppen im Erbgut gesunder Zellen vorausgesagt werden kann. In kranken Zellen ist die Verteilung dieser Methylgruppen gestört. In Zukunft sollen die Methylmuster von gesunden Zellen mit denen von Krebszellen verglichen werden, um ein krebstypisches Muster herauszuarbeiten. Daraus könne ein Konzept für Medikamente mit erheblich weniger Nebenwirkungen entstehen, erklärten die Wissenschafter. (APA/AP)

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