Außen-Staatssekretär Siddiq auf Österreich-Besuch

10. März 2006, 19:29
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Annan fordert westliche Hilfe für AU-Truppe in Krisenregion Darfur

Wien/Washington - Der sudanesische Außen-Staatssekretär Mutrif Siddiq ist am Freitag im Wiener Parlament mit den Nationalratsabgeordneten Peter Schieder (S), Michael Spindelegger und Ulrike Lunacek (G) zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die Lage in der westsudanesischen Krisenregion Darfur. Siddiq machte dabei auf Probleme bei der Umsetzung des Friedensvertrags vom Jänner 2005 aufmerksam, insbesondere bei der Grenzziehung und der Verteilung der Öleinnahmen.

Schieder zeigte sich besorgt wegen der fortgesetzten Gewaltanwendung in Darfur. Der Obmann des Außenpolitischen Ausschusses im Nationalrat sprach sich daher für die Ende 2006 geplante Überführung der Friedensmission der Afrikanischen Union AMIS (African Union Mission in Sudan) in eine UNO-Mission aus. Siddiq gab zu bedenken, dass die afrikanische Friedensmission aus sprachlichen und kulturellen Gründen mit den Verhältnissen im Sudan vertrauter sei als eine UNO-Mission.

Im Darfur-Konflikt sind Schätzungen zufolge seit Februar 2003 300.000 Menschen gestorben, 2,4 Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen. Die US-Regierung wirft der sudanesischen Führung vor, im Kampf gegen die Rebellen in Darfur völkermordartige Methoden einzusetzen.

Die AU hat derzeit 7.000 Soldaten in Darfur stationiert; der Einsatz leidet aber unter mangelhafter Ausstattung mit Geld und Material. UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat daher einem Zeitungsbericht zufolge den UNO-Botschafter der USA, John Bolton, in einem vertraulichen Schreiben um Luftwaffen-Unterstützung für die afrikanischen Truppen gebeten. Bolton sagte der "Washington Post" (Freitagsausgabe), für eine Diskussion über einen möglichen US-Einsatz in Darfur sei es noch zu früh. (APA)

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