Filmfonds Wien gibt Förderpläne bekannt

9. März 2006, 20:46
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Zehn Spielfilmen und Dokus werden Mittel zugesagt - darunter neue Projekte von Michael Glawogger und Eva Urthaler

Wien - Neue Projekte von Michael Glawogger, Antonin Svoboda, Rupert Henning, Gerhard Friedl und Eva Urthaler sind unter den zehn Spielfilmen und Dokus, für die der Filmfonds Wien in seiner ersten Jurysitzung des Jahres Förderungen in der Höhe von insgesamt 1.403.160 Euro beschlossen hat. 1.354.260 Herstellungsförderung verteilen sich dabei auf vier Spiel- und zwei Dokumentarfilme sowie eine Spieldoku, teilte der Filmfonds in einer Aussendung mit.

Der größte Betrag der Herstellungsförderung (bis zu 455.000 Euro) geht an die Verfilmung des Bühnenstücks "Freundschaft" (Dor Film) von Rupert Henning und Florian Scheuba. Auf Platz zwei mit bis zu 330.000 Euro folgt Michael Glawoggers "Contact High" (Lotus Film), in dem die Hauptfiguren seines Films "Nacktschnecken" wieder auftauchen. Mit bis zu 295.000 Euro wird Antonin Svobodas Parabel "Patsch" (Coop99) gefördert, in der ein Geschichtsprofessor und sein depressiver Schwager auf einer Tiroler Bergstraße verunglücken. Und bis zu 100.000 Euro gehen an Sinisa Dragins Tragikomödie "Wenn das Samenkorn nicht stirbt" (Wega Film) über einen Fischer, der Menschen über die Donau bringt, die aus verschiedenen Gründen die Grenze zwischen Rumänien und Serbien nicht legal überschreiten können.

Dokumentationen

Mit "Stalin on my mind" (Wildart Film) von Nodar Managadze, dem wohl bedeutendsten Filmemacher Georgiens, wird eine Spieldoku über den Stalinkult in Georgien unterstützt (bis zu 86.610 Euro). Bei den beiden geförderten Dokumentarfilmen handelt es sich um Barbara Caspars "Harte Mädchen weinen nicht" (Fischer Film) über die 1997 verstorbene umstrittene New Yorker Schriftstellerin und Underground-Ikone Kathy Acker (bis zu 25.000 Euro) und um "Good Morning, Last Hero" (Wega Film) von Elisabeth Guggenberger und Helmut Voitl über den Einfluss russischer Rockmusik auf den Zerfall der Sowjetunion in den achtziger Jahren (bis zu 62.650 Euro).

Bei der Projektentwicklungsförderung wurden mit "A View of Ears" von Sabine Groschup (Amour Fou) sowie "Panik von 94" (Mischief Films) von Gerhard Friedl ("Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?") zwei weitere Dokumentarfilme unterstützt: "A View of Ears" lässt zur Frage "Wie kam der Klang in die Kunst?" die weltweit bedeutendsten Künstler aus den Bereichen Bildende Kunst, Musik, Video Performance, Architektur und Film zu Wort kommen. "Panik von 94" widmet sich den Arbeitskämpfen in den USA am Ende des 19. Jahrhunderts. "Caretta, Caretta" (Novotny&Novotny) von Jakob Erwa und Eva Urthaler ("Keller") schließlich erzählt nach dem gleichnamigen Roman von Paulus Hochgatterer im Stil eines Coming-of-Age-Dramas die Reise eines 16-Jährigen zu sich selbst. (APA)

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