Deutsche Presserat konkretisiert Regeln für Börsenberichterstattung

13. März 2006, 16:27
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Journalisten und Verleger sollen Infos vor Veröffentlichung nicht zu persönlichem Vorteil nutzen dürfen

Der Deutsche Presserat hat den Pressekodex um eine spezielle Richtlinie zur Wirtschafts- und Finanzmarktberichterstattung erweitert. In dem Beschluss vom Donnerstag in Bonn wird festgehalten, dass Journalisten oder Verleger aus der Börsenberichterstattung keine persönlichen Vorteile ziehen dürfen.

In der Richtlinie heißt es unter anderem: "Journalisten und Verleger, die Informationen im Rahmen ihrer Berufsausübung recherchieren oder erhalten, nutzen diese Informationen vor ihrer Veröffentlichung ausschließlich für publizistische Zwecke und nicht zum eigenen persönlichen Vorteil oder zum persönlichen Vorteil anderer."

Nicht zu ihrem persönlichen Vorteil

Danach dürfen keine Berichte über Wertpapiere oder deren Emittenten in der Absicht veröffentlicht werden, "durch die Kursentwicklung des entsprechenden Wertpapieres sich, ihre Familienmitglieder oder andere nahestehende Personen zu bereichern". Journalisten und Verleger sollten weder direkt noch durch Bevollmächtigte Wertpapiere kaufen bzw. verkaufen, über die sie zumindest in den vergangenen zwei Wochen etwas veröffentlicht haben oder in den nächsten zwei Wochen eine Veröffentlichung planen.

Der Presserat reagierte damit auf eine Novellierung des Wertpapierhandelsgesetzes. "Damit konnte die drohende gesetzliche Reglementierung der journalistischen Arbeit verhindert werden", sagte der Sprecher des Presserats, Fried von Bismarck. Die gefundene Regelung stelle einen angemessenen Ausgleich zwischen den Interessen der Anleger und der verfassungsrechtlich verankerten Pressefreiheit dar. (APA/dpa)

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