"Alte Garde" setzt sich auf Kandidatenlisten durch

17. Juni 2006, 22:11
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Neue Gesichter werden nur Dzurinda und Fico anbieten - Laut jüngsten Umfragen kann Smer mit mehr als 50 Mandaten rechnen

Preßburg - Die slowakischen Parteien befinden sich in der Schlussphase der Aufstellung ihrer Kandidaten für die vorgezogene Parlamentswahl, die am 17. Juni stattfindet. Am morgigen Samstag werden die Christdemokraten (KDH) ihre Kandidatenliste offiziell vorstellen, während der kommenden Woche werden dies alle anderen Parteien machen. Nach inoffiziellen Informationen sind in keiner der relevanten Parteien größere Überraschungen zu erwarten. Trotz der sinkenden Umfragewerte aller Parteien - Ausnahme ist nur Smer (Richtung) unter Vorsitz von Robert Fico - setzt sich die "alte Garde" durch.

Umgestaltung des Partei-Führungsteams

Zur Umgestaltung des Partei-Führungsteams entschloss sich offensichtlich nur Ministerpräsident Mikulas Dzurinda. Auf der Kandidatenliste der Slowakischen Demokratischen und Christlichen Union (SDKU) soll die neue Sozialministerin, die Soziologin Iveta Radicova, gleich nach Dzurinda, Finanzminister Ivan Miklos und Außenminister Eduard Kukan gereiht werden.

Gelockerte Atmosphäre herrscht unterdessen in der Smer-Parteizentrale. Laut jüngsten Umfragen kann Smer mit mehr als 50 Mandaten rechnen - statt bisher 25. So werden auf dieser Kandidatenliste viele bisher der breiteren Öffentlichkeit unbekannte Namen aufscheinen.

"Stars der Parlamentswahl 2002"

Laut Umfragen haben die "Stars der Parlamentswahl 2002", die Politiker der Allianz des neuen Bürgers (ANO) unter Führung von Pavol Rusko, keine Chance. Rusko musste seine Anteile am Fernsehsender Markiza verkaufen, die anderen Medien berichten über ANO in einem eher ironischen Ton. Die Beliebtheitswerte von ANO bewegen sich zwischen zwei und drei Prozent - ohne Anzeichen eines Anstiegs.

Die große Unbekannte ist das Freie Forum (SF) unter dem Vorsitz von Zuzana Martinakova. Im Jahr 2002 war sie der Trumpf in Dzurindas SDKU, inzwischen wurde sie zum härtesten Gegner Dzurindas. Die SF-Umfragewerte bewegen sich längst über fünf Prozent.

Politikverdrossenheit bei HZDS

Laut Umfragen ist die Bewegung für eine Demokratische Slowakei (HZDS) mit ihren elf bis 13 Prozent noch immer die zweitstärkste Partei. Bei ihrem Vorsitzenden, dem umstrittenen Ex-Premier Vladimir Meciar sowie beim gesamten Führungsteam werden die Anzeichen einer Politikverdrossenheit von Tag zu Tag stärker. Der frühere Wille zur Macht wurde längst zum Wunsch, noch eine Wahlperiode in der Politik zu bleiben.

Keine Überraschungen sind auch in der Partei der Ungarischen Koalition (SMK) zu erwarten. An deren Spitze wird so wie bisher der populäre Bela Bugar, SMK-Vorsitzender, stehen. (APA)

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