Ungarn: Erneut Bischöfe als KP-Spitzel entlarvt

5. März 2006, 19:51
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Bericht eines Historikers - Kritik: Kirchenvertreter "schützen ihre Unterdrücker"

Budapest - Erneut sind namhafte Vertreter der ungarischen katholischen Kirche als ehemalige Mitarbeiter des ungarischen kommunistischen Geheimdienstes entlarvt worden, berichtet die Ungarische Nachrichtenagentur MTI am Freitag. Hinter den neuen Enthüllung steht der Historiker Krisztian Ungvary, der in der Zeitung "Leben und Literatur" (ES) von fünf Bischöfen und Erzbischöfen berichtet, die während des Regimes von Staats- und Parteichef Janos Kadar mit dem Geheimdienst kooperiert haben sollen.

Namensnennungen

Ungvary nennt Bischof Laszlo Kiss-Rigo, den pensionierten Erzbischof Jozsef Szendi, Bischof Endre Gyulay, Erzbischof Istvan Seregely sowie Bischof Mihaly Mayer. Der Historiker erwähnte zugleich die Namen von Verbindungsoffizieren des Geheimdienstes, mit denen die Betroffenen einst in Kontakt standen.

Ungvary kritisierte, dass die Bischöfe auch heute noch "ihre Unterdrücker schützen". Nur die Angeworbenen hätten die Möglichkeit, die Verbindungsoffiziere zu entlarven, die auch heute noch "führende Rollen" in Wirtschaft und Politik spielten. Leider wolle das Ungarische Katholische Episkopat nichts davon hören, dass sich Bischöfe und Priester zur ihrer Vergangenheit bekennen, kritisiert Ungvary.

Der Historiker hatte jüngst über die Spitzelvergangenheit des Kardinals und Erzbischof von Esztergom-Budapest, Laszlo Paskai, berichtet. Paskai soll zehn Jahre lang dem kommunistischen Geheimdienst über Kirchenangehörige berichtet haben. (APA)

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