Armut in Heimatländern verringern

3. März 2006, 12:47
posten

Österreichische Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Projekte mit 2,5 Millionen Euro

Wien - Rund 500.000 Menschen - die meisten davon Frauen und Mädchen - werden nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration jedes Jahr als "Ware" über Grenzen in Europa gehandelt. Für das organisierte Verbrechen zählt der Frauenhandel zu den größten Einnahmequellen. "Das Leid der Opfer, die meist als Zwangsprostituierte oder illegale Arbeitskräfte unter menschenunwürdigen Bedingungen enden, ist grenzenlos", erklärte Außenministerin Plassnik am Freitag in einer Aussendung.

Zu den Ursachen gehören die Armut und die Benachteiligung der Opfer in ihren Herkunftsländern. Viele Frauen und Mädchen haben in ihren Heimatländern kaum Bildungs- und Jobchancen und hoffen auf bessere Zukunftsperspektiven im Ausland. Gewalt und falsche Versprechungen bringen sie schließlich in den Teufelskreis des internationalen Menschenhandels. "Mit unserem Beitrag im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit wollen wir die Sicherheit von Frauen und Mädchen in Ost- und Südosteuropa erhöhen und ihre Armut verringern. Beides reduziert die Gefahr, dass Frauen und Mädchen dem organisierten Verbrechen zum Opfer fallen", so Plassnik.

Aktionsplan des europäischen Parlaments

Die Außenministerin unterstrich auch die Bedeutung des kürzlich vom Europäischen Parlament beschlossenen Aktionsplanes, der die verstärkte Zusammenarbeit zwischen EU-Mitgliedstaaten und Partnerländern in Ost- und Südosteuropa sowie zwischen Behörden und Nichtregierungsorganisationen im Kampf gegen den Menschen- und Frauenhandel vorsieht. Schwerpunkte des Aktionsplans sollen der Schutz von Opfern, insbesondere Frauen und Kindern, und Präventionsmaßnahmen sein.

Teufelskreis unterbrechen

"Ein dichtes Netzwerk ist notwendig, um den Teufelskreis des Frauen- und Menschenhandels zu durchbrechen. Die Arbeiten der OSZE-Sonderbeauftragten Helga Konrad und die Europaratskonvention vom Mai 2005 sind wichtige Elemente dieses internationalen Netzwerkes, das wir auf allen Ebenen unterstützen", so Plassnik.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit, die sich in Ost- und Südosteuropa für die soziale, wirtschaftliche und demokratische Entwicklung engagiert, setzt jetzt aktive Schritte gegen den Frauenhandel. Mit einem so genannten "Call for Proposals" ruft sie Organisationen in Südosteuropa und in Österreich auf, Projektvorschläge für den Kampf gegen den Frauenhandel einzureichen.

Regional konzentriert sich die Initiative auf die Schwerpunktländer der Österreichischen Ostzusammenarbeit, d. h. auf Albanien, Bosnien, Kroatien, Mazedonien, Moldau sowie Serbien inkl. Kosovo und Montenegro. (red)

Share if you care.