Progress dockt von der ISS ab

8. März 2006, 13:00
1 Posting

Der Ausbau der Raumstation soll beschleunigt werden - nächste Langzeitbesatzung im April erwartet

Cape Canaveral/Moskau - Der mit Müll beladene russische Raumfrachter Progress M-54 hat am Freitag von der Internationalen Raumstation ISS abgedockt. Nach einem mehrstündigen Flug solle der Transporter in dichten Schichten der Atmosphäre fast vollständig verglühen, sagte der Sprecher der russischen Flugleitzentrale, Waleri Lyndin, nach Angaben der Agentur Interfax. Einzelne Teile würden voraussichtlich um 16.52 Uhr MEZ im Pazifik, etwa 3.000 Kilometer östlich von der neuseeländischen Hauptstadt Wellington, niedergehen.

Zuvor hatte die zwölfte Langzeitbesatzung der ISS, der Amerikaner William McArthur und der Russe Waleri Tokarew, in der Progress alle wertvollen Ausrüstungen demontiert, die später mit einer US-Raumfähre oder einer russischen Sojus zur Erde gebracht werden. Die NASA will im Mai die Raumfährenflüge zur ISS wieder aufnehmen. Im April sollen McArthur und Tokarew vom NASA-Astronauten Jeffrey Williams und dem russischen Kosmonauten Pawel Winogradow ersetzt werden. Mit ihnen soll auch der erste brasilianische Astronaut Marcus Pontes zu einem kurzen Aufenthalt zur ISS fliegen.

Beschleunigter Ausbau

Die US-Raumfahrtbehörde NASA will den Aufbau der Internationalen Raumstation (ISS) beschleunigen. Die Module Europas und Japans - die Labore "Columbus" und "Kibo" - würden mehrere Monate früher als derzeit geplant ins All gebracht, erklärte die NASA am Donnerstag zum Abschluss von Beratungen mit den Leitern der Raumfahrtorganisationen Europas, Japans, Kanadas und Russlands. Der Bau der ISS werde bis 2010 abgeschlossen sein.

Europäer und Japaner dringen darauf, dass ihre Module für die ISS so schnell wie möglich ins All kommen. Wegen der Größe dieser Bauteile werden für den Transport die US-Raumfähren gebraucht, die nach dem Absturz des Shuttles "Columbia" 2003 lange Zeit aus Sicherheitsgründen nicht fliegen durften. Die Zeit drängt jetzt aber, da die NASA die Raumfähren in einigen Jahren still legen und sich auf Reisen zum Mond und möglicherweise zum Mars konzentrieren will.

Wie die Europäische Raumfahrtbehörde ESA mitteilte, wurde auf dem Treffen im Kennedy Space Center in Florida auch beschlossen, zum Aufbau der ISS eine Kombination von Transportsystemen Europas, Japans, Russlands und der USA einzusetzen. 2009 soll es eine sechsköpfige Mannschaft in der ISS geben. (APA/AP/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Archivbild einer Progress

Share if you care.