Akuter Platzmangel am Podest

9. März 2006, 19:34
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Michaela Dorfmeister ge­winnt den Super-G von Hafjell zeitgleich mit Styger und Kildow, die kleine Kristall-Kugel packt sie auch ein

Hafjell/Norwegen - Drei Siegerinnen und die ersten Acht innerhalb von 0,12 Sekunden: der Super G der Damen am Freitag in Hafjell wurde zur Hundertstel-Entscheidung, in der die Niederösterreicherin Michaela Dorfmeister zu den Glücklicheren zählte. Als eine der drei Siegerinnen holte sie sich vorzeitig nach dem Gewinn der Abfahrts-Kugel auch das Kristall für den Super-G-Weltcup. Die einzige ernsthafte verbliebene Konkurrentin in der Disziplinenwertung, Alexandra Meissnitzer, kam über Rang 22 nicht hinaus.

Die Doppel-Olympiasiegerin teilte sich den Sieg mit der US-Amerikanerin Lindsey Kildow und der Schweizerin Nadia Styger. Nur eine Hundertstel Sekunde zurück wurde die Kanadierin Kelly Vanderbeek, schon bei Olympia um nur 3/100 an Bronze vorbei, Vierte. Das Siegerinnen-Trio musste bei der mit Nummer 32 fahrende Niederösterreicherin Kathrin Zettel noch einmal zittern, doch mit 0,12 Sekunden Rückstand landete man an diesem Tag nur an achter Stelle.

Keine Premiere

Drei Siegerinnen in einem Ski-Weltcuprennen hat es zuvor erst einmal gegeben. 2002 im Riesentorlauf von Sölden gewannen die Österreicherin Nicole Hosp, die Slowenin Tina Maze und die Norwegerin Andrine Flemmen.

Dorfmeister ging mit einem 50-Punkte-Vorsprung in den vorletzten Super-G der Saison, Meissnitzer machte als 22. neun Punkte. Das heißt, Dorfmeister hätte für den vorzeitigen Gewinn zumindest Dritte werden müssen. Eine Hundertstel Sekunde Rückstand hätte also noch gereicht, mit fünf wurde man aber nur Fünfte - und das wäre dann auch schon zu wenig gewesen.

"Heute habe ich wirklich zu den Glücklicheren gezählt", wusste auch die 32-jährige Dorfmeister nach dem Studium der Ergebnisliste und bemühte einen Satz, der ihr in dieser, ihrer letzten Saison schon so oft über die Lippen gekommen ist: "Es kommt heuer alles zurück." Die Erfolge nehmen auch nach Olympia kein Ende, im Abschiedsjahr folgt ein sportlicher Höhepunkt dem anderen: "Mehr geht nicht, nicht für mich, und nicht für meine Skifirma Atomic."

Kein Platz mehr für Trophäen

Das zusätzliche Kristall bereitete Dorfmeister aber auch Kopfzerbrechen: "Jetzt habe ich mir extra einen Trolley gekauft, damit ich alles unterbringe. Und jetzt habe ich eine Trophäe zu viel, die muss der Masseur dann halt tragen", scherzte sie. Meissnitzer war dazu nicht zumute, ohne ein Interview zu geben, machte sie sich nach dem Finish der nach ihrer fahrenden Teamkollegin aus Zielraum davon.

Im Gesamtweltcup machte Dorfmeister Boden gut, sie liegt zwar noch immer 238 Punkte hinter der führenden Kroatin Janica Kostelic (Super-G-14.), ging aber mit einem Zähler an der bisherigen Zweiten Anja Pärson (6.) aus Schweden vorbei.

Super-Kombination am Samstag

Spannung verspricht die Super-Kombination am Samstag, die erstmals mit Super G und Slalom ausgetragen wird, denn plötzlich zählt auch eine Zettel zum den Favoritinnen. Nach dem sensationellen achten Platz bei ihrem Super-G-Weltcup-Debüt war die 19-Jährige überglücklich: "Ich hab das gar nicht geglaubt, als ich auf die Anzeigetafel geschaut habe. Der Lauf war ganz gut, aber nicht perfekt, aber einen perfekten Lauf hatte heute keine, deshalb bin ich auch so gut mit dabei." Aber es gefällt ihr, dass sie sich "jetzt für die Kombination in den Favoritenkreis gedrängt" hat.

Unter den mehreren an einem Richtungstor kurz vor dem Ziel vorbeigerasten Läuferinnen befanden sich auch die mit Startnummer 1 ins Rennen gegangene Abfahrts-Olympia-Silbermedaillengewinnerin Martina Schild aus der Schweiz und die bis dahin sehr stark fahrende Österreicherin Andrea Fischbacher.(APA)

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    Die Skibrillen setzen die Damen nie ab: Kildow, Dorfmeister, Styger.

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