Fünf Große teilen sich die Hälfte des Geschäfts

30. März 2006, 15:44
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Notenbank-Statistik: Auslandsgeschäft trieb Bilanzsumme 2005 deutlich über 700 Milliarden Euro - Ein Fünftel aller Kredite in Fremdwährung

Wien - Die Bilanzsumme der in Österreich tätigen Kreditinstitute (addierte, unkonsolidierte Daten) erreichte Ende Dezember 2005 einen neuen Höchststand von 725,04 Mrd. Euro. Damit wurde erstmals am Ende eines Jahres die 700-Milliarden-Euro-Grenze überschritten.

Von der Gesamtbilanzsumme 2005 entfielen 45,7 Prozent auf die fünf größten in Österreich tätigen Banken, berichtete die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Freitag. 56,2 Prozent des gesamten Bilanzvolumens stellen die Top Ten Banken.

Auslandsgeschäft wächst

Vor allem das Auslandsgeschäft trug zu rund 60 Prozent zum starken Bilanzsummenwachstum bei. Das Einlagenaufkommen erhöhte sich 2005 um 4,8 Prozent auf 221 Mrd. Euro. Dem stand ein Kreditwachstum von 4,7 Prozent mit einem ausstehenden Kreditvolumen von 263 Mrd. Euro gegenüber.

Davon waren 53,18 Mrd. Euro bzw. 20,2 Prozent Fremdwährungskredite. Im Durchschnitt lautete ein Fremdwährungskredit auf 140.900 Euro.

Bereits mehr als ein Drittel, rund 34 Prozent, der Aktiva resultierten Ende 2005 aus dem Auslandsgeschäft. Insgesamt erreichten die Auslandsforderungen Ende 2005 einen Wert von 245,92 Mrd. Euro.

Auf der Passivseite lag der Anteil der Auslandsverbindlichkeiten an der Gesamtbilanzsumme bei rund 32 Prozent.

Spareinlagen mit Zuwachs

Die Einlagen von inländischen Nichtbanken erreichten zum Jahresultimo 2005 ein Volumen von 220,76 Mrd. Euro, ein Jahreszuwachs um 4,8 Prozent. Auch Ende 2005 waren die Spareinlagen die bedeutendste Einlagenkategorie: Ihr Anteil lag bei 62,0 Prozent.

Die Bedeutung der kurzfristigeren Veranlagungen nimmt jedoch in den letzten Jahren zu, berichtet die Notenbank. Der Stand der Sichteinlagen wuchs um 12,2 Prozent auf 59,82 Mrd. Euro - das entsprach einem Anteil von 27,1 Prozent an den gesamten Einlagen. Nach OeNB-Mitteilung wurde dies insbesondere durch die Entwicklung der Direktbanken stark beeinflusst.

Der unkonsolidierte Eigenmittelstand der Banken in Österreich stieg auf 51,95 Mrd. Euro. Mit 34,68 Mrd. Euro entfielen rund zwei Drittel der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte Eigenmittelausstattung (capital ratio) betrug 14,4 Prozent.

Am 29. März wird die Nationalbank in einer Pressekonferenz Details zur Entwicklung der Geschäfte der Banken 2005 bekannt geben. (APA)

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