Bush: Indien ist gewaltiger Markt für US-Firmen

23. März 2006, 19:22
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US-Präsident betont Chancen durch Globalisierung - politische Annäherung beschlossen - zwei Tote bei Protesten

Hyderabad - Am zweiten Tag seines Indien-Besuches hat US-Präsident George W. Bush die wirtschaftlichen Chancen einer engeren Kooperation für amerikanische Unternehmen in dem Subkontinent in den Vordergrund gerückt. In Indien sei eine Mittelklasse mit 300 Millionen Menschen entstanden, sagte Bush am Freitag in Hyderabad. Es müssten nun in den USA Produkte entwickelt werden, für die auf diesem gewaltigen Markt eine Nachfrage bestehe.

Bush verwies auch auf den negativen Effekt des ökonomischen Aufstiegs Indiens für die USA. "Viele Menschen verlieren durch die Globalisierung Arbeitsplätze, und das ist schmerzhaft für sie." Zugleich biete die Globalisierung große Chancen. In Indien sind Millionen Jobs entstanden, und allein die Outsourcing-Industrie bringt Neu-Delhi in diesem Jahr vermutlich Steuern von 22 Milliarden Dollar.

Am Vortag hatte Bush bei seinem ersten Indien-Besuch ein Abkommen mit Premierminister Manmohan Singh über die Lieferung von Brennstoff und Technik für neue Atomkraftwerke geschlossen. Der US-Präsident sprach am Freitag von einem historischen Datum: "Gestern war ein Beispiel dafür, den Kalten Krieg hinter uns zu lassen", sagte er in Hyderbad im Süden des Landes.

Proteste

Bei einer gewaltsamen Demonstration gegen den Besuch von US-Präsident George W. Bush in Indien sind am Freitag mindestens zwei Menschen getötet worden. Mehrere Dutzend Demonstranten seien verletzt worden, als die Protestkundgebung gegen den amerikanischen Präsidenten in Lucknow im Norden des Landes in gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Hindus und Moslems umgeschlagen sei, meldeten Polizei und Medien. Sicherheitskräfte versuchten mit Hilfe von Tränengas, die Menge auseinander zu treiben.

Bereits am Donnerstag hatten Tausende Inder gegen den Bush-Besuch demonstriert. In Hyderabad wurden am Freitag bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und demonstrierenden Moslems nach Angaben der Ordnungskräfte fünf Menschen verletzt worden, unter ihnen zwei Polizisten. Auch in zahlreichen anderen indischen Städten kam es zu Demonstrationen. (APA/AP)

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    "Bush - Hände weg von Indien", riefen die Demonstranten unter anderem.

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