Ceku für serbische Regierung völlig unannehmbar

10. März 2006, 18:30
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Regierungssprecher: Weder in Europa noch anderswo gibt es einen wegen Kriegsverbrechen angeklagten Regierungschef

Belgrad - Die serbische Regierung hat am Donnerstagabend die Nominierung des Befehlshabers des Kosovo-Schutzkorps, Agim Ceku, als neuen Regierungschef in der UNO-verwalteten Provinz als "völlig unannehmbar" bezeichnet. Weder in Europa noch anderswo gebe es einen wegen Kriegsverbrechen angeklagten Regierungschef, sagte der Regierungssprecher Srdjan Djuric.

Die Belgrader Behörden hatten Ceku vor vier Jahren der Kriegsverbrechen an Serben in Kroatien und dem Kosovo angeklagt. Der Kommandant des Kosovo-Schutzkorps wurde auf Grund eines in Belgrad ausgestellten Haftbefehls 2003 in Laibach und ein Jahr später in Budapest festgenommen, und gleich wieder freigelassen.

"Verantwortliche Vertreter der Staatengemeinschaft, die für den Kosovo zuständig sind, sind verpflichtet, die grundlegenden zivilen Normen zu schützen und zu verhindern, dass alle Werte, auf denen eine demokratische Gesellschaft beruht, durch die Bestätigung von Ceku im Regierungsamt verspottet werden", sagte Djuric für den staatlichen TV-Sender Serbiens.

Zurückhaltung

Präsident Boris Tadic und der Außenminister des Staatenbundes, Vuk Draskovic, hatten zuvor eher zurückhaltend auf die Entscheidung des Kosovo-Präsidenten Fatmir Sejdiu reagiert, Ceku mit der Regierungsbildung zu beauftragen.

Ceku hatte das Angebot Sjdius akzeptiert und angekündigt, dass er seinen derzeitigen Posten aufgeben werde, nachdem sein Kabinett vom Parlament bestätigt ist. (APA)

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