Prinz Charles hielt nichts von Gesetz zu Menschenrechten

6. März 2006, 14:25
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Zeitung druckt Auszüge aus Briefwechsel mit Ex-Justizminister

London - Prinz Charles hat sich in einem Briefwechsel mit Ex-Justizminister Lord Irvine abfällig über die gesetzliche Stärkung der Menschenrechte geäußert. Die Zeitung "The Times" druckte am Donnerstag Auszüge. Demnach warnte der britische Thronfolger den Minister 2001, der Human Rights Act aus dem Jahr 2000 werde zu einer Prozessflut bei den Streitkräften und bei der Polizei führen.

Lord Irvine wies dies damals zurück. "Es gab in den vergangenen Jahren keinen solchen Trend bei den Zivilgerichten dieser Welt." In dem Brief schrieb Irvine, Großbritannien wandle sich zu einer Gesellschaft, die zunehmend auf "Verantwortung und Recht" gründe. "Das ist Unsinn", kritzelte Charles der Zeitung zufolge an den Rand des Briefes. "Wir sind eine Gesellschaft, die ausschließlich auf Rechten gründet."

"Äußerst politische Briefe"

Die Veröffentlichung der Dokumente rief umgehend Protest hervor, da sich die Königsfamilie in Großbritannien offiziell nicht in die Politik einmischt. "Aber diese Briefe sind äußerst politisch, das kann nicht entschuldigt werden", sagte der Politikwissenschaftler Stephen Haseler von der London Metropolitan University und Vorsitzender der antimonarchistischen Gruppe Republic. "Dieser Kerl versteht einfach nicht, welche Rolle der Thronfolger in einer konstitutionellen Monarchie einzunehmen hat." (APA/AP)

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