130 politische Gefangene freigelassen

22. März 2006, 12:14
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Unter ihnen 83 Mitglieder der streng islamischen Moslem-Brüderschaft

London - Libyen hat am Donnerstag offenbar 130 politische Gefangene freigelassen. Wie der libysche Menschenrechts-Aktivist Ashour Shamis der Nachrichtenagentur Reuters in London sagte, seien unter den Freigelassenen 83 Mitglieder der streng islamischen Moslem-Brüderschaft. Die Vereinigung strebt auf friedlichem Weg die Errichtung eines moslemischen Staates an und ist in Libyen - wie auch in vielen weiteren arabischen Ländern - verboten.

Zwei der nun frei gelassenen Gefangenen seien in einem Prozess 2001 zum Tode verurteilt worden und zehn zu lebenslänglicher Haft, sagte Shamis in London.

Der Anführer der Moslem-Brüderschaft, Mohamed Mahdi Akef, begrüßte in Ägypten die Freilassung seiner Anhänger und bedankte sich beim libyschen Staatschef Muammar Gaddafi. In den vergangenen Jahren ließ Libyen immer wieder politische Gefangene aus der Haft frei, um damit sein Ansehen bei westlichen Regierungen und Menschenrechtsorganisationen zu verbessern. Dennoch gilt in dem nordafrikanischem Land die Mitgliedschaft in einer politischen Vereinigung weiter als Landesverrat. Während Libyen früher unter dem Verdacht stand, Terroristen zu unterstützen, versucht Gaddafi seit drei Jahren sich dem Westen anzunähern. So kündigte der libysche Staatschef 2003 an, nicht mehr nach atomaren, biologischen und chemischen Waffen zu streben. (APA/Reuters)

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