Mordprozess: Frauenhass als Tatmotiv

3. März 2006, 18:30
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36-jähriger Wiener hatte Hass auf Freundin und rächte sich bei fremden Frauen

Wien - Das Geständnis eines wegen zweifachen Mordversuchs angeklagten 36-jährigen Wieners klingt beängstigend. Er gibt zu, Hass auf seine Freundin gehabt und sich bei anderen, ihm fremden Frauen dafür gerächt zu haben.

Er wählte immer den gleichen Typ, der ihm gefiel: "A bissl stärker, lange Haar, so 30, 35". Er verfolgte die Frauen und versuchte, sie zu vergewaltigen. Zwei seiner zumindest vier Opfer stach der Mann mit einem Springmesser nieder. Eine Frau erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Vor der Polizei hatte er zugegeben, neun weitere Frauen überfallen zu haben. Sie konnten aber nicht ausgeforscht werden. Beim Prozess nun zieht er dieses Geständnis zurück.

Im Mai 2005 verfolgte er eine Unbekannte bis zur Wohnungstür und verlangte Sex mit ihr. Die Frau schrie nach ihrem Freund, da stach er ihr in den Hals. "Das muss passiert sein, wie sie den Kopf so weg'draht hat", sagt er.

Zehn Tag später kam es bei einer U-Bahn-Station zu einer noch aggressiveren Attacke. Der Täter versuchte, einer jungen Frau das T-Shirt hochzuziehen. Als sie sich wehrte und um Hilfe schrie, stach er ihr in die Brust und in den Bauch. "I hab' sie unter Druck setzen wollen, wegen dem Sex", erklärt er: "Vielleicht wollt' i sie verletzen und Macht ausüben."

Der Psychiater hält den Täter für abnorm. Das Urteil stand nach aus. (red, DER STANDARD - Printausgabe, 3. März 2006)

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