Opposition probt für Wahl

15. März 2006, 15:00
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Erstes großes Treffen neben dem Republikspalast

Minsk/Moskau - Am Donnerstag um 17 Uhr hatte der Kandidat der Vereinigten Opposition für die Präsidentschaftswahlen am 19. März, Alexander Milinkewitsch das erste große Treffen mit seinen Wählern neben dem Republikspalast in Minsk angesetzt. Dort berieten zur selben Zeit 2500 Deputierte der belarussischen Nationalversammlung über den Fünfjahresplan.

Die Zentrale Wahlkommission erachtete das Treffen als nicht genehmigt und als Provokation. Milinkewitsch zieh seinerzeit die Staatsmacht der Provokation, weil das Treffen mit einer Versammlung gleichgestellt wurde. Der Opposition ging es um eine Generalprobe für etwaige Demonstrationen am 19. März und darum, das Verhalten der Ordnungshüter zu testen. Dem STANDARD bestätigte Milinkewitsch, dass innerhalb der Staatsmacht immer mehr einen Umschwung wollen: "Die Nomenklatura wird die Revolution nicht machen. Aber sie wird überlaufen, wenn die demokratischen Kräfte zu gewinnen beginnen."

Der Oppositionelle Anatoli Lebedko sagte der russischen Zeitung Nesawisimaja Gaseta, ein General der Sicherheitskräfte hätte ihm gesagt: "Wenn 3000 bis 4000 von euch auf die Straße gehen, werden wir euch verprügeln wie früher. Gehen aber 50.000 bis 70.000 auf die Straße, schließen wir uns euch an." Von solchen Zahlen wagt die Opposition derzeit nicht zu träumen. (sed, DER STANDARD, Print, 3.3.3006)

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