Andritz hat genug Geld für Hydro

17. März 2006, 15:25
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Nach Rekordergebnis wird Dividende auf zwei Euro je Aktie erhöht

Wien - Noch hat der Maschinen- und Anlagenbauer Andritz die VA-Tech-Wasserkraftwerkssparte Hydro nicht in der Tasche. Gelingt der Deal, wovon auszugehen ist, kann Andritz mit der Hydro ihr bisher überschaubares Geschäftsfeld Hydraulische Maschinen deutlich ausbauen. Wasserkraftturbinen, die Andritz bis 1999 als Lizenznehmer von Sulzer Escher-Wyss herstellte, werden künftig - zusammen mit dem Kraftwerksbau - ein Viertel des Umsatzes ausmachen. Der Grazer Konzern wird bei Wasserturbinen damit weltweit Nummer drei, sagte Andritz-Vorstandschef Wolfgang Leitner am Donnerstag bei Vorlage der Bilanz 2005.

Die enthält neuerlich ein Rekordergebnis: Der Umsatz 2005 stieg um 17,8 Prozent auf 1,744 Mrd. Euro, der Betriebsgewinn (Ebit) legte gegenüber dem Vorjahr um 40,2 Prozent auf 106,7 (76,1) Mio. Euro zu.

Leitner will den Aktionären eine von 1,40 auf zwei Euro erhöhte Dividende vorschlagen. "In den nächsten Jahren" soll die Ausschüttungsquote von derzeit gut 30 auf 40 Prozent angehoben werden. Für 2006 gab sich der Andritz-Chef "vorsichtig optimistisch" und sagte, er rechne mit nicht näher definierten Steigerungen bei Umsätzen und Gewinnen.

Auftragspolster gefüllt

Der Auftragspolster ist nach einem Rekordjahr bei Neuaufträgen für Walz- und Bahnbehandlungsanlagen (Stahl) sowie in der Umwelttechnik prall gefüllt. Er liegt per Jahresende 2005 bei 1,7 Mrd. Euro auf Höhe eines Jahresumsatzes. Zu Jahresende 2005 beschäftigte Andritz weltweit knapp 6000 Mitarbeiter.

Leisten kann sich Andritz die Hydro: Die derzeit 23,6-prozentige Eigenkapitalquote würde durch den Kauf nicht wesentlich verwässert, auch weitere Akquisitionen seien möglich. Eine Nettoliquidität von 380 Mio. Euro sei für weitere Zukäufe ausreichend, eine Eigenkapitalzufuhr nicht geplant, sagte Leitner.

Als Übernahmeziel sieht Leitner Andritz trotz des jüngst deutlich gestiegenen Aktienkurses nicht. Er selbst kontrolliert über seine Certus-Stiftung 26 Prozent des Unternehmens. Ein Übernahmeversuch habe "keine besonders hohe Wahrscheinlichkeit", glaubt er. 2006 will er das Rekordergebnis 2005 wieder übertreffen und stellt Akquisitionen in Aussicht. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.3.2006)

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