Kassationsgericht bestätigt "lebenslang" für Aktivistin der "Neuen Roten Brigaden"

5. März 2006, 18:21
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Terroristin Lioce war wegen Ermordung der Arbeitsrechtsexperten D'Antona und Biagi sowie eines Polizisten verurteilt worden

Rom - Das römische Kassationsgericht, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, hat am Donnerstag die lebenslange Haftstrafe für die Aktivistin der "Neuen Roten Brigaden", Nadia Desdemona Lioce, bestätigt, zu der sie im vergangenen Jahr verurteilt worden war. Die 46-Jährige war wegen ihrer Rolle in dem Schusswechsel verurteilt worden, bei dem im März 2003 in einem Zug zwischen Rom und Florenz ein Polizist und ein Terrorverdächtiger getötet wurden.

Lioce war außerdem wegen der Beteiligung an der Ermordung zweier Regierungsberater, Massimo D´Antona und Marco Biagi, zwei Mal zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Lioce war Mitglied einer neugegründeten Zelle der linksextremistischen Terrorgruppe "Rote Brigaden", die in den 70er und 80er Jahren in Italien mehr als 300 Personen ermordet hatten.

Lioce hatte sich zu den Morden an dem Arbeitsrechtsexperten D'Antona im Mai 1999 und an Biagi bekannt. Beide waren wegen ihres Einsatzes zur Reform des italienischen Arbeitsmarkts in die Schusslinie der Terroristen geraten. Im Oktober 2003 hatte die italienische Polizei neun hochrangige Aktivisten der "Neuen Roten Brigaden" festgenommen. (APA)

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