13. März 2006, 16:01
1 Posting
Nach der Werbekampagne von Sozialministerin Ursula Haubner und den Olympia-Inseraten der Regierung setzt nun Verkehrsminister Hubert Gorbach mit einer "bezahlten Sonderbeilage" in der Donnerstag-Ausgabe der "Presse" die PR-Aktivitäten der Regierung fort. Laut Gorbach-Sprecher Martin Standl hat die vierseitige Beilage inklusive Steuern und Abgaben 25.000 Euro gekostet. Das sei um die Hälfte billiger als der branchenübliche Preis. SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder sprach von einer "neuerlichen extrem teuren Selbstbeweihräucherung auf Kosten der Steuerzahler".

Lob für Verkehrspolitik

In einem als Interview dargestellten Beitrag dieser Beilage lobt Gorbach seine eigene Verkehrspolitik über den grünen Klee. Auf die Frage, ob die drei Jahre seiner Verkehrspolitik erfolgreich gewesen seien gibt er ein "eindeutiges Ja" als Antwort. Er habe "die Verkehrspolitik international ins Rampenlicht" geführt. Viele der von ihm gesetzten Maßnahmen hätten "zu europaweitem Interesse geführt" und würden zeigen, "wie modern und visionär das Verkehrsministerium denkt". Ausführlich dargestellt werden in der Beilage u.a sein Tempo 160-Projekt, die Gurten-Kampagne, das Führerschein- Vormerksystem und Fahren mit Licht.

SPÖ-Verkehrssprecher: Aktion "an der Grenze der Lächerlichkeit"

SPÖ-Verkehrssprecher Kurt Eder erklärte dazu, ein guter Verkehrsminister hätte "eine derartige sauteure Aktion auf Kosten der Allgemeinheit und an der Grenze der Lächerlichkeit gar nicht notwendig". Für Eder stellt sich die Frage, was von einem Minister zu halten sei, der sich in einer vom Steuerzahler bezahlten Broschüre selbst befragt. "Absurder geht es kaum."

Standl verteidigte hingegen die Sonderbeilage. Es sei die "Pflicht des Ministers, die Bevölkerung über seine Arbeit zu informieren". Man wolle damit belegen, "dass sich Anschnallen lohnt" und die Zahl der Verkehrstoten durch die mit der Gurten-Kampagne erreichten Anschnall-Rate zurückgegangen sei. "Die Zahlen beweisen die Wirksamkeit. Damit wollen wir die letzten Zweifler, die sich noch nicht anschnallen, überzeugen", sagte der Sprecher. Weitere Beilagen dieser Art in anderen Zeitungen wird es laut Standl nicht geben. (APA)

Share if you care.