Gehemmte Entzündung dank Bier

3. März 2006, 20:18
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Nach Wein und Tee zeigt auch Bier seine entzündungshemmende Wirkung - das Alkoholfreie blockt ebenso biochemische Prozesse

Innsbruck - Dass Bier gesund sein kann, haben Forscher der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) nachgewiesen. Sie konnten in Untersuchungen die entzündungshemmende Wirkung von Bierextrakten belegen. Auch alkoholfreier Gerstensaft wirkt, teilte die Uni am Donnerstag mit.

Bei in vitro Experimenten mit peripheren mononukleären Blutzellen, konnten die Forscher der Sektion Biologische Chemie am Biozentrum Innsbruck von Univ.-Prof. Dietmar Fuchs zeigen, dass Bierextrakte biochemische Prozesse blockieren, die durch Interferon-gamma - einem der bedeutendsten Botenstoffe der Entzündungsreaktion - ausgelöst werden.

Einfluss

Die durch Bierextrakte beeinflussten Stoffwechsel-Wege sind sehr eng mit der Entstehung von vor allem chronischen Erkrankungen verknüpft. Bierinhaltsstoffe scheinen damit ein Potenzial zu besitzen, solche Erkrankungen günstig zu beeinflussen, erklärte Fuchs. Die Wirkung sei dabei ähnlich der von Wein oder auch von grünem und schwarzem Tee, die bereits vor einigen Jahren auch in Innsbruck untersucht wurden.

Für diese Getränke, im speziellen für Rotwein und grünen Tee, ist eine gesundheitsfördernde Wirkung seit längerem bekannt. Dabei steht vor allem die günstige Beeinflussung der koronaren Herzerkrankungen im Vordergrund des Interesses. "Entsprechend unserer neuen Befunde ist Bier dieser Liste von Getränken mit potenziell entzündungshemmenden Inhaltsstoffen hinzuzufügen", sagte Fuchs.

Gefahr von Alkoholkonsum

Natürlich gelte es wie beim Wein auch beim Bier die negativen Auswirkungen und Gefahren des Alkoholkonsums abzuwägen. Allerdings ist die in Innsbruck gefundene Wirkung der Extrakte nicht nur bei allen getesteten Sorten sehr ähnlich, sie ist vor allem aber unabhängig vom Alkoholgehalt. Die Effekte wurden auch mit Extrakten alkoholfreier Biersorten beobachtet. "Die Befunde dürfen daher nicht als Aufforderung zum Trinken alkoholischer Getränke verstanden werden", unterstrich der Wissenschaftler. (APA)

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