Riedel setzt auf Österreich

17. März 2006, 15:37
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Tiroler Glashersteller will heimische Standorte stärken - Erfolgreiche Töchter in USA und Japan, schwache Europa-Nachfrage

Wien – Trotz einer billigeren Produktion in Osteuropa will das Tiroler Familienunternehmen Riedel an den heimischen Standorten festhalten. Derzeit beschäftigt der viertgrößte Glashersteller Europas 250 Mitarbeiter in Kufstein und Schneegattern (OÖ). "Diese Standorte sind zurzeit ausgelastet und profitabel. Wir wollen deren Produktion weiter spezialisieren, die Standorte dadurch stärken", sagt Firmenchef Georg Riedel.

Allerdings könne er das nicht für die nächsten zehn Jahre garantieren. Derzeit seien Übersiedlungen in den Osten zu teuer, Facharbeitskräfte vor Ort schwer aufzutreiben. Auch einen Standort in den USA, dem wichtigsten Markt, schließt er aus.

Feinstes Glas mit Tradition`

Seit 250 Jahren stellt die Glasmacher-Dynastie Riedel feinstes Glas her. Grund zum Feiern gibt es, das Geschäftsjahr 2005 sei das bisher erfolgreichste, so Riedel. Riedel Glass Works, also Riedel mit den Tochter-Unternehmen Nachtmann und Spiegelau, erreichte einen Konzernumsatz von 235 Millionen Euro – trotz stagnierender Europa-Geschäfte. Der Umsatz hat sich somit seit dem Jahr 1995 (28 Mio. Euro) mehr als verachtfacht. Als Erfolg habe sich auch die Übernahme des deutschen Nachtmann-Konzerns im Jahr 2004 erwiesen. Mit der Strategie, drei Marken mit eigenem Design, Preis und Zielgruppe zu etablieren, werden seither sämtliche Vertriebswege genutzt. Spiegelau richtet sich an die Gastronomie, Nachtmann an junge und Riedel an betuchte Kunden. Detail am Rande: Nur 14 Millionen der insgesamt 50 Millionen Gläser, die im Haus Riedel 2005 erzeugt wurden, tragen auch deren Namenszug.

Für 2006 erwartet sich Georg Riedel ein weiteres, "knapp zweistelliges" Wachstum. (jüm, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.3.2006)

  • Riedel konnte 2005 den Umsatz um 25 Prozent von 97 Millionen auf 122 Millionen Euro steigern.
    foto: riedel

    Riedel konnte 2005 den Umsatz um 25 Prozent von 97 Millionen auf 122 Millionen Euro steigern.

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