Markt für Logistik-Immobilien wächst

12. Juli 2006, 16:28
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NAI Otto Immobilien sieht steigende Nachfrage nach hochwertigen Objekten an Top-Standorten und erwartet weitere Internationalisierung

Der Markt für Logistikimmobilien wird weiter wachsen, davon ist man beim Wiener Immobilien-Dienstleister NAI Otto Immobilien überzeugt. "Bisher wurde dieses Segment von österreichischen und ausländischen Investoren zugunsten von Büro- und Einzelhandelsimmobilien eher vernachlässigt", berichtet Claudia Strasser, Leiterin des Bereichs Gewerbeimmobilien bei NAI Otto Immobilien. Inzwischen wurde daraus ein beachtlicher Wachstumsmarkt.

Laut einer Studie der Visality Consulting GmbH vom November 2005 beträgt das Marktvolumen für Logistikimmobilien in Österreich zehn Milliarden Euro. Derzeit seien 26 Prozent der Objekte nicht eigengenutzt, dieser Anteil werde sich bis 2007 auf 29 Prozent erhöhen, was eine spürbare Nachfrageerhöhung erwarten lasse.

Internationalisierung

Unter Logistikimmobilien versteht man hauptsächlich Flächen zur Lagerung und Distribution von Waren; untergeordnet zählen auch angeschlossene Büro- und Produktionsflächen dazu. "Der Markt wird sich weiter internationalisieren, und ein Bedarf an großvolumigen Logistikimmobilien ist absolut gegeben", umreißt Strasser die Trends in diesem Segment.

Als Logistik-Zentren gelten in Österreich neben Wien und Salzburg zunehmend auch Linz und Graz. Insbesondere an den beiden letztgenannten Standorten seien Logistikdienstleister vermehrt gezwungen, ihre Flächen um zeitgemäße Immobilien zu erweitern, um den steigenden Kundenanforderungen gerecht werden zu können. "Nachgefragt werden hochwertige Immobilien an erstklassigen Standorten mit ausgezeichneter Verkehrsanbindung, guter Ausstattung und größtmöglicher Flexibilität", so Strasser.

Nachgefragt wird vor allem von Unternehmen aus dem Groß- und Einzelhandel sowie aus dem Dienstleistungsbereich, "wobei zu beachten ist, dass Handelsbetriebe und Industrie- oder Chemiefirmen überwiegend als Eigennutzer auftreten, Logistikdienstleister aber lieber mieten."

Wechselnde Anforderungen

Auch unter Investoren ist die Nachfrage nach großen Logistikzentren mit Mietern guter Bonität enorm, was die Preise steigen und die Renditen fallen lässt. Derzeit werden Renditen zwischen 6,8 und 8,5 Prozent erzielt. Weil sich einerseits die Kundenanforderungen - insbesondere an die technische Ausstattung - ständig ändern und andererseits auch immer kürzere Mietvertragslaufzeiten (im Durchschnitt drei bis fünf Jahre) vereinbart werden, ist für Investoren außerdem die Drittverwendungsfähigkeit der Objekte von zunehmender Bedeutung.

Der Investment-Markt für kleinere Objekte bis 10.000 m² ist dagegen wenig umkämpft; auch unter Privatanlegern ist das Interesse am Logistikbereich eher gering.

Netto-Mietpreis bei 4,50 bis 6 Euro

Die durchschnittlichen Mietpreise im Segment der Logistik-Immobilien liegen derzeit bei 4,50 Euro netto/m² für Lagerflächen, Spitzenpreise von rund sechs Euro können Objekte beispielsweise im Bereich des Flughafens Wien-Schwechat erzielen. Die Preise für dazugehörige Büroobjekte liegen durchschnittlich bei sieben Euro.

Lager- und Produktionshallen mit einem Investitionsvolumen ab 20 Millionen Euro sind in Österreich noch selten. Die Mehrzahl der Projekte weist ein Volumen zwischen 7 und 15 Millionen Euro auf, was einer Fläche von 15.000 bis 30.000m² entspricht. (map)

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    Vor allem bei Unternehmen aus dem Groß- und Einzelhandel steigt die Nachfrage nach Logistik-Immobilien.

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