"Der Penis als Antenne des Herzens"

5. März 2006, 12:00
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Wiener Studie weist auf Zusammenhang zwischen Impotenz und Herzinfarkt hin

Wien - Dass Männer ungern zum Arzt gehen, ist bekannt. Von Impotenz geplagte Männer suchen aus Schamgefühl noch seltener einen Mediziner auf. Doch gerade diese Betroffenen sollten sich genau durchchecken lassen. Denn die Probleme im Bett sind ein wichtiges und ernst zu nehmendes Warnsignal für andere organische Erkrankungen. Das beweist eine aktuelle Studie, die im Zuge der Gesundenuntersuchung der Stadt Wien durchgeführt wurde.

Demnach haben Männer mit moderater bis schwerer erektiler Dysfunktion (ED) ein um 65 Prozent erhöhtes Risiko, innerhalb der kommenden zehn Jahre einen Herzinfarkt zu erleiden, als Männer ohne Potenzprobleme. Das Risiko für einen Schlaganfall ist um 43 Prozent höher. "Eine vom Facharzt für Urologie und Andrologie diagnostizierte ED sollte in weiterer Folge unbedingt vom Internisten abgeklärt werden", sagte Univ. Doz. Dr. Stephan Madersbacher, Oberarzt der Urologie im SMZ Ost. "Der Penis als Antenne des Herzens."

Grund

Der Grund für den Zusammenhang beruhe auf einer Ähnlichkeit der Muskel- und Blutgefäßzellen des Penis - der so genannten Endothelzellen - mit den Blutgefäßen des Herzens, so Madersbacher. Mangelnde Durchblutung, die sich in den Gefäßen des Penis bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt durch Potenzstörungen bemerkbar mache, sei oft ein Hinweis auf andere gefäßschädigende Erkrankungen, die sich zum Beispiel zu einem schwer wiegenden kardialen Problem entwickeln können. "Wenn es mit der Potenz klappt, ist dies auch ein gutes Zeichen für eine intakte Herzgesundheit", meint der Mediziner.

Der Vorstand der 3. Medizinischen Abteilung/Kardiologie im Wilhelminenspital, Prim. Univ. Prof. Dr. Kurt Huber, sprach in diesem Zusammenhang von der "Impotenz als Lebensretter". "Die Früherfassung der arteriosklerotischen Koronarerkrankung stellte bisher ein schwieriges und teilweise noch ungelöstes Problem der Kardiologen dar", sagte Huber. "Die neuen Erkenntnisse über den engen Zusammenhang zwischen Potenzstörung und koronarer Herzkrankheit sowie ein entsprechendes diagnostisches Vorgehen könnten zahlreichen Männern das Leben retten."

Bewusstsein schaffen

Da Männer weniger auf die Warnsignale ihres Körpers achten und oft erst dann zum Arzt gehen, wenn es schon zu spät ist, sei es nun Ziel, das Gesundheits- und Vorsorgebewusstsein gerade bei den männlichen Österreichern durch den Urologen zu steigern, so Dr. Michael Eisenmenger, Präsident des Berufsverbandes der Österreichischen Urologen. Als Beispiel nannte er den AndroCheck, die Untersuchung ab dem 45. Lebensjahr,

Knapp eine Million Österreicher sind von ED betroffen. Etwa 300.000 kennen das Problem einer schweren Erektionsstörung aus eigener Erfahrung. (APA)

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