Graz: Studentin verurteilt - Chinesen mit falschen Übersetzungen betrogen

3. März 2006, 13:32
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22-jährige Niederösterreicherin versprach Löschungen aus Polizeicomputer für nicht vorhandene Einträge

Graz - Eine niederösterreichische Studentin ist am Donnerstag im Grazer Straflandesgericht zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Sie soll mehreren Chinesen Geld herausgelockt haben. Die Frau hatte Dokumente falsch übersetzt und den Opfern erklärt, gegen eine Gebühr könne sie sogar Eintragungen im Polizeicomputer ändern. Nach anfänglichem Leugnen war sie am Ende der Verhandlung geständig.

Die Studentin ist kein unbeschriebenes Blatt: Sie wurde bereits wegen versuchten Diebstahls zu einer bedingten Strafe verurteilt. Diesmal wurde ihr vorgeworfen, deutsche Schreiben falsch übersetzt zu haben und den Leuten erklärt zu haben, sie seien als Verbrecher registriert. "Dann hat sie 1.785 Euro verlangt, um den Eintrag im Polizeicomputer zu löschen", schilderte Staatsanwalt Alexander Birringer die Vorgangsweise der 22-Jährigen. Einem anderen Chinesen erzählte sie, er werde wegen Schwarzarbeit verfolgt, bei einem dritten hob sie angebliche "Studiengebühren" ein.

"Ich habe für keine Dienstleistung je Geld bekommen, das ist alles eine Intrige gegen mich", rechtfertigte sie sich zunächst vor Gericht. "Warum sollten die Chinesen das tun?", fragte Richterin Eva Cesnik. "Weil sie zuerst gedacht haben, ich bin wohlhabend", so die Erklärung. Nachdem die Richterin bereits angekündigt hatte, zur Beschaffung weiterer Beweismittel die Verhandlung zu vertagen, legte die Angeklagte überraschender Weise ein Geständnis ab. Die Studentin wurde zu einer bedingten Haftstrafe von neun Monaten verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (APA)

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