Caps treten unter Protest an

2. März 2006, 17:40
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Villacher mit gesamter Mannschaft in Wien

Wien - Die Vienna Capitals werden nur unter Protest zum wohl ungewöhnlichsten Penaltyschießen in der österreichischen Eishockey-Geschichte antreten. Mittels Penaltys wird am heutigen Donnerstag Abend (17:35) in der Albert Schultz-Halle die Partie der Erste Bank Eishockey Liga vom vergangenen Freitag zwischen den Vienna Capitals und dem VSV entschieden werden.

Formale und inhaltliche Überprüfung geplant

Nach mehrtägigem Rechtsstreit hatte der Vorstand des Eishockey-Verbandes (ÖEHV) am späten Mittwoch Abend entschieden, dass das Spiel bei 4:4 und 2:1 im Penaltyschießen für die Wiener fortgesetzt wird. "Die Vienna Capitals beugen sich dem Diktat des ÖEHV, da bei einem Nichtantreten eine Strafverifizierung mit 0:5 angedroht wurde. Die Mannschaft wird jedoch unter Protest antreten. Die Vienna Capitals behalten sich jedoch vor, unabhängig vom "sportlichen" Ausgang dieses Penaltyschießens, diese Entscheidung, die uns bisher noch nicht schriftlich zugegangen ist, einer formalen und inhaltlichen Überprüfung zu unterziehen", hieß es am Donnerstag in einer Aussendung der Capitals.

Möglicherweise reicht im Penaltyschießen schon ein Versuch. Sollte VSV-Stürmer Günther Lanzinger als erster Schütze scheitern, würden die Caps die Partie endgültig mit 5:4 für sich entscheiden und ihren Platz im Halbfinal-Playoff sicher haben.

Begonnen hatte alles mit der Aberkennung des verwerteten Penaltys von VSV-Spieler Bousquet, weil nicht er, sondern Lanzinger auf der von den Villachern abgegebenen Liste als Schütze vorgesehen war. Zunächst wurden die Capitals zum Sieger erklärt, zwei Tage später wurde eine Neuaustragung des Penaltyschießens (beim Stand von 0:0) angesetzt, was wiederum vom Wiener Landesgerichts für Zivilrechtssachen abgesagt wurde.

Zwischen Wien und Villach

Die Villacher waren da schon mit einigen Spielern und Betreuern auf der Reise nach Wien, ehe sie von der Entscheidung erfuhren, auf Höhe Wr. Neustadt umkehrten und gegen 20:00 Uhr in Villach im Faschingstrubel ankamen. Diesmal reisten die Kärntner mit der gesamten Mannschaft an, nächtigten in Wien, ehe es am Freitag zum abschließenden Spiel des Grunddurchgangs nach Graz ging. "Die Entscheidung verstehen wir nicht. Aber wir wollen von Villacher Seite retten, was zu retten ist", erklärte VSV-Obmann Giuseppe Mion. Für die zusätzlichen Kosten würde der Verband aufkommen, sagte Mion. (APA)

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