Schweizer Reisekonzern Kuoni ist 100 Jahre alt

21. März 2006, 15:53
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"Methusalem in der Reisebranche" setzt bei Fernreisen weiter auf Expansion - Kuoni Österreich mit eigenen Fernreisekatalogen

Wien - Gemischte Bilanz für den börsenotierten Schweizer Reisekonzern Kuoni: Zum 100-Jahr-Jubiläum drücken der Verlustverkauf der US-Luxusreisentochter Intrav und die letzte Hotelbeteilung in Fuerteventura die Unternehmenszahlen für 2005. Kuoni Österreich hingegen drängt mit drei Fernreisekatalogen und einer Golf Challenge als Neuheit auf den heimischen Markt und rechnet für das laufende Jahr mit 8.000 bis 15.000 Passagieren in diesem Segment.

Der "Methusalem in der Reisebranche", die Kuoni Reisen Holding AG, erzielte in den ersten neun Monaten des Jahres 2005 einen Nettoerlös von 1,213 Milliarden Schweizer Franken (777 Mio. Euro). Das Betriebsergebnis stieg nach Unternehmensangaben gegenüber 2004 um 4,6 Prozent auf 95,2 Millionen Schweizer Franken. Das Konzernergebnis lag bei 84,9 (2004: 73,9) Millionen Schweizer Franken. Endgültige Ergebnisse - wie die Abschreibung der 35-Prozent-Beteiligung an der Anlage "Las Playitas" - würden auf der Bilanzpressekonferenz am 16. März bekannt gegeben, kündigte der Vorsitzende der Geschäftsleitung Kuoni Schweiz, Roberto Luna, heute, Donnerstag in Wien an.

Bauboom in den Mittelmeer-Destinationen

Kuoni als Spezialist für Fernreisen bleibe seiner Unternehmensstrategie Expansion, Akquisition und organisches Wachstum vor allem im Fernreisesegment treu. "Hotel-Assets sind nicht unsere Spezialität", erklärte Luna. Auch sei eine hier notwendige flexible Kostenstruktur über eigene Hotels schwerer zu bewerkstelligen.

"Las Playitas" wurde als Beteiligungsprojekt nach dem Anschlag in Luxor 1997 in Angriff genommen, so Luna. Damals habe der Reisemarkt extrem sensibel reagiert und die Destinationen des Nahen und Mittleren Ostens seien längerfristig nicht verkaufbar gewesen, was zu einem Bauboom in den Mittelmeer-Destinationen und Kanarischen Inseln geführt habe.

Katastrophen

Kuoni Schweiz habe mit Fuerteventura auf diesen Trend reagiert. Mittlerweile sei das Gedächtnis der Urlauber kürzer und die Gewöhnung - vor allem nach dem 11. September 2001 - eine andere, so der Vorsitzende. Dennoch hätten die Umsätze noch nicht wieder den Stand vom Jahr 2000 erreicht. Auch die Tsunami-Katastrophe hat den Konzern im Südostasien-Geschäft schwer getroffen. Aber bis auf die Destination Sri Lanka hätten sich die Fernreiseländer erholt und verkauften sich gut.

Ausgewählte Fernreiseprodukte wie die drei jetzt in Österreich aufgelegten Destinationskataloge in Euro-Preisen zeigt die neuerliche Konzentration auf die Kernkompetenz der Gruppe: "Outgoing" und "Incoming". Das zeige auch das Abstoßen der Division Geschäftsreisen 2005, erläuterte Luna. Parallel baute das Schweizer Unternehmen im selben Jahr mit dem Kauf des niederländischen Abenteuerreisen-Anbieter Avontuur.nu-Gruppe ihr Spezialistensegment aus. (APA)

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