"Triumph der Schönheit" in Krems

9. März 2006, 14:00
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Die Kunsthalle Krems versteht in ihrer Frühlingsausstellung darunter Salonmalerei von Makart bis Rossetti

Krems - "Triumph der Schönheit" ist eine neue Ausstellung in der Kunsthalle Krems betitelt, die sich der Bilderwelt des Bürgertums im 19. Jahrhundert widmet. Im Mittelpunkt steht nicht die im Impressionismus manifestierte Avantgarde der damaligen Zeit, sondern die bei der Gesellschaft beliebte, so genannte Salonmalerei in Frankreich, England, Russland und Österreich. Von Sonntag, 5. März, bis zum 30. Juli sind rund 80 Gemälde zu bewundern.

Bevorzugte Bildthemen waren das Alltagsleben, religiöse, moralische und politische Vorstellungen, aber auch Freuden und Fantasien des im Zuge der industriellen Revolution aufstrebenden Bürgertums. Die Künstler huldigten der Schönheit im Sinne der Harmonie der Motive in technischer Perfektion.

Mythomanie

Die Ausstellung zeigt die Bandbreite der künstlerischen Ansichten: Vom Historienbild über religiöse Malerei, Mythologie und Antike, Gesellschaft und Familienleben bis zum Porträt und Akt. "Wieder zu entdecken" sind heute kaum noch bekannte Künstler: Wie Tayfun Belgin, Direktor der Kunsthalle und Kurator der Schau, bei einer Presseführung am Donnerstag betonte, gehören Jean Beraud und Henri Gervex in Frankreich, Dante Gabriel Rossetti, Sir Edward Burne-Jones in England oder Ilja Repin in Russland zu den großartigen Vertretern jenes bürgerlichen Realismus, der die Kunstlandschaft ab der Mitte des 19. Jahrhunderts in fast ganz Europa beherrschte. Österreich ist mit dem "Malerfürsten" Hans Makart vertreten.

Die Schau in Krems versammelt Werke aus über 20 Museen und Privatsammlungen wie u.a. dem Staatlichen Russischen Museum St. Petersburg, vier Pariser Museen, darunter erstmals auch aus dem Louvre, den Birmingham Museums & Art Gallery und der Österreichischen Galerie Belvedere Wien.

Die Kunsthalle beschäftigt sich eingehend mit der Kunst des 19. Jahrhunderts, einige Werke der französischen Salonmalerei flossen im Vorjahr in die große Renoir-Ausstellung ein. "Das 19. Jahrhundert kann man als Kunsthistoriker immer wieder entdecken", so Belgin. (APA)

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    "Bilderwelt des Bürgertums" - na denn: Mademoiselle de Lancey, 1876 von Emile Auguste Carolus-Duran in Öl auf Leinwand angeschmachtet

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