Versammlungsfreiheit für Lesben und Schwule in Russland

2. März 2006, 14:02
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Homosexuelle Initiative Wien und Grüne Andersrum protestierten gegen Verbot der Regenbogen-Parade in Moskau

Wien - Am Donnerstag vormittag haben rund zwanzig Personen vor der Russischen Botschaft und der Russisch-Orthodoxen Kirche in Wien gegen ein Verbot der für 27. Mai geplanten schwul/lesbische Pride-Parade in Moskau demonstriert. Der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow hatte angekündigt, die Parade nicht zu genehmigen. Er begründet seine Ablehnung mit der negativen Einstellung der Bevölkerung. Mittlerweile haben sich sowohl der russisch-orthodoxe Patriarch, der muslimische Groß-Mufti und der jüdische Oberrabbiner von Moskau vehement gegen die Parade ausgesprochen.

Forderung an Putin

In einem Schreiben fordert die Homosexuelle Initiative (HOSI) Wien Präsident Wladimir Putin und die russische Regierung auf, dafür zu sorgen, dass die Parade im Rahmen des Festivals "Moscow Pride 06" wie geplant stattfinden kann - wenn nötig durch Ausübung entsprechenden Drucks auf Bürgermeister Luschkow. Das Schreiben wurde Botschafter Stanislaw Ossadtschij übergeben, so Christian Högl, Obmann der HOSI Wien.

"Es ist einfach völlig inakzeptabel, dass einer Minderheit die demokratischen Grundrechte abgesprochen werden", erläuterte HOSI-Wien-Obfrau Bettina Nemeth: "Menschenrechte gelten für alle, auch wenn es der Mehrheit nicht passt." Es dürfe in Europa nie wieder geschehen, dass Minderheiten aufgrund von Entscheidungen der Mehrheit ihrer Grundrechte beraubt würden, so Nemeth weiter, für die die Einschränkung der Versammlungsfreiheit von Lesben und Schwulen eine klare Menschenrechtsverletzung darstellt.

HOSI Wien lädt Luschkow zur Regenbogen-Parade nach Wien ein

Außerdem hat die HOSI Wien Luschkow zur Regenbogen-Parade in Wien am 1. Juli eingeladen, "damit er dabei sein kann, wenn wieder rund 100.000 Menschen - Lesben, Schwule, Transgender-Personen, ihre Familien und FreundInnen sowie viele andere heterosexuelle SympathisantInnen - mit viel Freude und Spaß die Vielfalt der Menschen ausgelassen feiern", so Nemeth abschließend. (red)

Links

Brief der HOSI Wien an den russischen Botschafter sowie Fotos von der Kundgebung auf den Seiten der HOSI Wien

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