Frauen- contra Männer-Bericht

2. März 2006, 18:47
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SPÖ und Grüne: Männer-Bericht wenig sinnvoll und Frauenbericht überfällig - ÖVP: Berichtswesen neu organisiert

Wien - Auf wenig Gegenliebe stößt der am Donnerstag von Sozialministerin Ursula Haubner (B) vorgelegte Männerbericht bei der Opposition. Sowohl SPÖ als auch Grüne stellten in Aussendungen die Sinnhaftigkeit dieses Berichts in Frage und kritisierten indes das Versäumnis der Regierung in Sachen Frauenbericht. Ein solcher ist nämlich seit dem Vorjahr überfällig. ÖVP-Frauensprecherin Elisabeth Scheucher-Pichler wies diese Vorwürfe zurück und kündigte an, dass Frauenministerin Maria Rauch-Kallat (V) noch in diesem Herbst einen Bericht zur Situation von Frauen und Männern in Österreich präsentieren werde.

Schlagabtausch

Es sei "höchst fragwürdig, ob die Geldmittel, die dieser Männerbericht gekostet hat, sinnvoll angelegt wurden", wetterte SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek. Ein Männerbericht sei nur dann zweckmäßig, wenn es wissenschaftliche Vergleichsdaten in einem Frauenbericht gibt. Und hier habe "die Frauenministerin angekündigt, sie werde davon Abstand nehmen, die wissenschaftliche Aufarbeitung der Entwicklung der Situation der Frauen in Form eines Frauenberichtes fortzuführen." Scheucher-Pichler erklärte, dass Rauch-Kallat "das Frauenberichtwesen neu organisiert" habe. Um die Aktualität der Daten und Themen sicherzustellen soll es in Zukunft einen halbjährlichen bzw. zwei-jährigen Rhythmus der Berichtslegung geben, hieß es in der Aussendung.

Den Grünen stinkt's zum Himmel

"Die flächendeckende Ignoranz und Untätigkeit dieser Bundesregierung in frauenpolitischer Hinsicht stinkt zum Himmel", polterte wiederum die Frauensprecherin der Grünen, Brigid Weinzinger. Dem hielt Scheucher-Pichler entgegen, dass bereits Initiativen und Maßnahmen zur Frauenbeschäftigung gesetzt wurden, die der Opposition "schlichtweg entgangen" seien. Sie nannte hier etwa "spezifische Frauenförderungsmaßnahmen zum Ausgleich für strukturelle Benachteiligung und zur Beschleunigung der Gleichstellung".

"Oberste Priorität"

In Richtung des am Donnerstag präsentierten Frauenberichts der Wiener Arbeiterkammer und der darin aufgeführten Mängel in der Frauenpolitik verwies die ÖVP-Frauensprecherin auf die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes vor allem für jene, "die wirklich Unterstützung brauchen." Auch die Zuverdienstgrenze sei mehr als verdreifacht worden. "Frauen haben in dieser Bundesregierung obersten Stellenwert und höchste Priorität", schloss Scheucher-Pichler. (APA)

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