Hintergrund: Schwerarbeit im Detail

8. März 2006, 16:06
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45 Versicherungsjahre für ASVG, 42 für Beamte als Voraussetzung

Wien - Die am Donnerstag vom Ministerrat verabschiedete Schwerarbeiterregelung bringt Personen mit besonders belastenden Tätigkeiten die Möglichkeit, schon mit 60 Jahren und begünstigten Abschlägen von 1,8 Prozent jährlich in den Ruhestand zu treten. Voraussetzung dafür ist, dass die Schwerarbeit während zehn der letzten 20 Jahre vor dem Pensionsantritt geleistet wurde. Zusätzlich sind bei Angestellten, Arbeitern, Selbstständigen und Landwirten 45 Versicherungsjahre vorzuweisen, bei Öffentlich Bediensteten nur 42 Versicherungsjahre, da sie ihr Arbeitsverhältnis erst mit 18 Jahren beginnen können. In Kraft tritt die Regelung mit 2007.

Grundsätzlich gilt ein Monat als Schwerarbeitsmonat, wenn eine oder mehrere belastende Tätigkeiten mindestens in der Dauer von 15 Kalendertagen ausgeübt wurden. Dienstfreie Zeiten ohne Anspruch auf Monatsbezug bleiben unberücksichtigt.

Bei den Kriterien für die Schwerarbeit muss zwischen den Beamten und anderen Versicherten unterschieden werden. Letztere haben insgesamt sechs Möglichkeiten, unter die Regelung zu fallen, bei den Öffentlich Bediensteten kommt noch das Element der Gefährdung hinzu. Im Folgenden die Anspruchsvoraussetzungen im Detail:

- Schwere körperliche Arbeit - Verbrauch von 2.000 Arbeitskalorien bei Männern, von 1.400 Arbeitskalorien bei Frauen (während acht Stunden). Darunter werden unter anderem Forstarbeiter und Bauhilfsarbeiter fallen.

- Schicht- und Wechseldienst, sofern auch Nachtdienste integriert sind - konkret im Ausmaße von sechs Stunden im Zeitraum von 22 bis 6 Uhr während sechs Arbeitstagen pro Monat.

- Arbeit bei überwiegend extremen Temperaturen (plus 50 Prozent der Dienstzeit) - mindestens 30 Grad Celsius und 50 Prozent relative Luftfeuchtigkeit bzw. minus 21 Grad - bzw. ständiger Wechsel zwischen Kühlräumen und anders temperierten Orten.

- Chemische oder physikalische Einflüsse - Erschütterungen, regelmäßiges Tragen von Atemschutz- bzw. Tauchgeräten, gesundheitsschädliches Einwirken von inhalativen Stoffen.

- Tätigkeit in der Hospiz- oder Palliativmedizin, sofern es sich um die Betreuung von Schwerstkranken, Demenzkranken oder Pflegebedürftigen ab Stufe 4 handelt.

- Berufstätige Behinderte ab Pflegestufe 4.

Hinzu kommen noch für den Bereich Exekutive/Bundesheer:

- Exekutivorgane der öffentlichen Sicherheitsdienste, die zumindest die Hälfte ihrer monatlichen Dienstzeit tatsächlich als Außendienst zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit ausüben.

- Soldaten während eines Auslandseinsatzes (im Regelfall Blauhelme). (APA)

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