Austrian Aerospace erhielt Auftrag für James Webb Weltraum-Teleskop

2. März 2006, 13:35
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Das Gerät soll künftig das altersschwache "Hubble" ersetzen

Wien - Austrian Aerospace (AAE) wird an Entwicklung und Bau des James Webb Weltraum-Teleskops beteiligt sein. Der Auftrag für mechanische Strukturteile des Infrarotsprektrometers sei kürzlich erteilt worden, hieß es in einer Aussendung der AAE am Donnerstag.

Das James Webb Weltraum-Teleskop ist ein gemeinschaftliches Projekt der US-amerikanischen, kanadischen und europäischen Weltraumagenturen. Es soll das bereits jetzt altersschwache Hubble-Teleskop ersetzen und voraussichtlich 2013 mit einer Ariane 5 in eine Umlaufbahn geschossen werden.

Details

Das geplante Weltraum-Observatorium wird rund drei Mal so groß sein wie das Hubble-Teleskop, hieß es dazu seitens der AAE. Zur Beobachtung von Sternen und Galaxien aus der Frühzeit des Universums ist es notwendig, vor allem Messungen im Infrarot-Bereich durchzuführen. Die Instrumente des Satelliten werden speziell für diesen Frequenzbereich optimiert. Der größte Antennenspiegel wird einen Durchmesser von sechs bis sieben Metern aufweisen. Insgesamt drei Instrumente werden verschiedene Infrarotbereiche und auch das sichtbare Licht abdecken.

"NIRSpec"

Das Spitzengerät "NIRSpec" wird vom Hauptauftragnehmer EADS Astrium in Deutschland entwickelt. Es kann auch schwächste Infrarot-Strahlungen von entfernten Galaxien aufspüren. Dazu muss das rund 200 Kilogramm schwere Instrument bei einer Temperatur von minus 238 Grad Celsius exakt arbeiten. Austrian Aerospace entwickelt für die beiden als Räder ausgeführten Filter-Systeme der Firma Carl Zeiss (Deutschland) die mechanische Ständerstruktur und die Kugellager.

"Der hohe Frequenzbereich in dem die Messungen erfolgen, erfordert höchste Präzision und stellt damit auch höchste Anforderungen an Stabilität, friktionsfreien Rundlauf sowie an die Positioniergenauigkeit der Filterräder", so die AAE-Experten. Davor müssen die Geräte auch noch die Vibrationen des Starts unbeschadet überstehen. Der Gesamtumsatz des Auftrags an AAE beläuft sich auf etwa zwei Millionen Euro. (APA)

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