Überdurchschnittliches Wachstum in Österreich angepeilt

28. März 2006, 19:19
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Wachstumskurs im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie - SBS wächst um 50 Prozent, Enterprise-Bereich um 20 Prozent

Wien - Eine durchaus ansehnliche Bilanz über das vergangene und laufende Jahr zog am Donnerstag der IT- und Telekombereich von Siemens Österreich, zuständig für zahlreiche Staaten in Südosteuropa. Sowohl in Österreich als auch in der gesamten Region sei man überdurchschnittlich stark gewachsen, so habe der Enterprise-Bereich gar um 50 Prozent zulegen können, erklärte Siemens-Bereichschef Franz Geiger vor Journalisten. Der Bereich Siemens Business Services (SBS) wuchs trotz der Auslagerung des "Low-End-Bereichs" um 20 Prozent, der Kommunikationssektor im hohen einstelligen Bereich.

Informations and Communications

Im Bereich "Informations and Communications" (IC) wurde demnach 2005 von 4.250 Mitarbeitern ein Umsatz von 1,2 Mrd. Euro erzielt. Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist nicht möglich, da damals noch die Handysparte dabei war, die vergangenes Jahr an den taiwanesischen Elektronik-Konzern BenQ verkauft wurde. Über die Abgabe zeigte sich Geiger nicht traurig, nun könne sich Siemens verstärkt auf das Netzwerkgeschäft konzentrieren.

Das Geschäft in Südost-Europa laufe in allen Ländern nahezu gleich gut, wobei die Slowakei inzwischen zum weitest entwickelten IT-Land in Osteuropa aufgestiegen sei, während Serbien erst beginne, sich für das Lösungsgeschäft zu öffnen. Als Vorzeigeprojekte nannte Siemens UMTS-Aufträge in Rumänien und Kroatien sowie den Aufbau einer IT-Infrastruktur für den Stahlkonzern Mittal in Rumänien. Weiterhin sehr gut laufe die Unterstützung großer österreichischer Unternehmen bei der Expansion in Osteuropa. So sei es gelungen, einen Großauftrag der OMV-Tochter Petrom in Rumänien an Land zu ziehen.

IT-Betreuung der EU-Ratspräsidentschaft

In Österreich konnte die IT-Betreuung der EU-Ratspräsidentschaft gewonnen werden. Hier hat sich Siemens gegen ein Konsortium unter der Führung der Telekom Austria durchgesetzt, so Geiger. Zusätzliches Österreich-Geschäft erhofft sich der Technologiekonzern mit Stammsitz in München durch das verstärkte Outsourcing im öffentlichen Sektor. So habe man bei der Österreichischen Post die IT-Betreuung von 1.700 Dienststellen übernommen. Beim Nachbarn Slowakei wurde die Systemsteuerung für die Regelanlagen beim Wasserwerk Bratislava an Siemens vergeben.

Siemens Österreich betreut die Märkte in der Slowakei, Slowenien, Kroatien, Serbien und Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Rumänien und Bulgarien. In diesen Ländern wächst der IKT-Markt derzeit zwei bis drei Mal schneller als in Österreich. Als große Trends in der IT- und Telekombranche sieht Geiger die Bereiche Mobilität, Konvergenz und Outsourcing.

Zugeknöpft gab sich der Siemens-Vorstand zur derzeitigen Causa Prima der heimischen Telekombranche: den Turbulenzen rund um die Übernahmen des viertgrößten Mobilfunkanbieters tele.ring durch T-Mobile Austria. Geiger drückte jedenfalls sein Bedauern darüber aus, dass die Entscheidung der EU-Wettbewerbsbehörde so lange auf sich warten lassen. (APA)

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