Verkauf von Navigationssystemen hat sich in Österreich verfünffacht

9. März 2006, 10:38
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Boom bei mobilen Lösungen - Absatz fixer Navigationssysteme stagniert

Jeder zehnte europäische Autofahrer vertraut bei der Wahl der Fahrtroute einem Navigationssystem - Tendenz stark steigend. So hat sich die Zahl der verkauften Geräte in Österreich von 6.500 Stück im Jahr 2004 auf 32.600 im Vorjahr verfünffacht, ergibt der "Panelmarkt Braune Ware" des Marktforschungsinstitutes Fessel-GfK.

"Daher haben sich auch die Preise fast halbiert"<(b>

"Ein starkes Wachstum ist allerdings nur bei den - günstigeren - portablen Geräten zu verzeichnen, die fix eingebauten stagnieren. Daher haben sich auch die Preise fast halbiert", erklärte Wolfgang Appel, Projektleiter bei GfK, am Donnerstag zur APA. Die Durchschnittspreise seien um 41 Prozent gefallen, weshalb das wertmäßige Plus im Jahr 2005 "lediglich" 194 Prozent betrage. Nicht berücksichtigt sind dabei Organizer oder PDAs (Personal Digital Assistents), deren Funktionsumfang durch Navigationssoftware erweitert wurde.

"Inzwischen haben wir eine Industrie geschaffen"

Marktführer TomTom hat schon bei der Computermesse CeBIT im Jahr 2004 angekündigt, dass ein Massenmarkt für Navigationssysteme in Sicht sei. "Inzwischen haben wir eine Industrie geschaffen", erklärte TomTom-Chef Harold Goddijn vor Journalisten in London. Der Marktanteil des Unternehmens in Europa betrage rund 55 Prozent, in Österreich decken TomTom und Mitbewerber Garmin mehr als 80 Prozent des Marktes ab.

"Nach dem starken Plus in den vergangenen Jahren rechnen wir für heuer mit einem Marktwachstum von hundert Prozent", erklärte Stefan Kuehn, Vice President Sales. Weiteres Wachstum soll durch eine massive Ausweitung des Funktionsumfanges bei Geräten für Privatkunden und eine Lösung für Unternehmen erreicht werden. Kostenpunkt: zwei Euro pro Tag.

MP3-Player, Bluetooth ...

Dem Trend zur Verschmelzung verschiedenster Dienste hält das Unternehmen eine neue Palette an Endgeräten entgegen, die zum Multimedia-System ausgebaut wurden. Sie zeigen nicht mehr nur den richtigen Weg an, sondern haben auch einen MP3-Player, Bluetooth als Verbindung zum Handy oder digitale Schnittstellen etwa für den Apple iPod integriert. Außerdem können auf der eingebauten Festplatte Fotos gespeichert werden. Ein eigenes Internet-Portal soll den Nutzern das Herunterladen und die Speicherung von Inhalten erleichtern.

Der Bildschirm wurde laut den Angaben deutlich vergrößert und das Kartenmaterial verbessert: Inzwischen seien auch Verkehrsschilder oder die erlaubte Höchstgeschwindigkeit am Display ablesbar. Damit dabei die Ablenkung nicht zu groß wird, könne man sich eintreffende Nachrichten oder Straßenbezeichnungen vorlesen lassen. Schließlich beschäftigen sich knapp zehn Prozent der Österreicher während der Fahrt mit der Bedienung eines Navigationsgerätes, wie eine Studie des Online-Marktforschers Marketagent.com im vergangenen Jahr ergab.

Kooperationen

Kooperationen gibt es mit Hewlett Packard (HP) und Palm, die die Softwarelösungen von TomTom einsetzen. Im Mobilfunkbereich adressiere man sowohl Hersteller wie Nokia und Motorola, als auch die Netzbetreiber direkt. In Österreich würden beispielsweise mit T-Mobile und tele.ring Gespräche geführt.(APA)

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