Wirtschaftsministerium: Maßnahmen greifen

29. März 2006, 14:58
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Anstieg der Arbeitslosigkeit mit plus 0,6 Prozent "fast gestoppt" - Wiedereinstellungszusagen für fast 107.000 Arbeitslose

Wien - Die Entwicklung der Arbeitsmarktdaten zeigt, dass die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Österreich wirken, so das Wirtschafts- und Arbeitsministerium zu den heute, Donnerstag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für Februar. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit wurde mit plus 0,6 Prozent "fast gestoppt" .

Dazu komme, dass 106.884 oder 34,3 Prozent der Arbeitslosen eine Wiedereinstellungszusage (meistens) für den alten Arbeitsplatz haben. Das sind um 6.390 bzw. 6,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Angehalten habe auch der Zustrom von Arbeitskräften aus Deutschland, Ende Jänner waren um 17,2 Prozent mehr Deutsche in Österreich beschäftigt als im Jahr davor.

Fünf Bundesländer rückläufig

In fünf Bundesländern sind die Arbeitslosenzahlen bereits rückläufig. In Wien, Niederösterreich, Burgenland und Kärnten liege die Zahl der vorgemerkten Personen noch über dem Vorjahreswert. Den größten absoluten Anstieg verzeichnet Wien mit +2.711 (+3,1 Prozent). Damit sei per Saldo der Gesamtanstieg der Arbeitslosigkeit alleine auf das Bundesland Wien zurückzuführen.

Die Anzahl der arbeitslosen Ausländer ist im Jahresvergleich um 1.483 oder um 2,6 Prozent gestiegen während die Arbeitslosigkeit bei Inländern mit einem Plus von 253 bzw. 0,1 Prozent praktisch stagniert. Diese Entwicklung, so das Ministerium, unterstreiche die Notwendigkeit der Verlängerung der Übergangsfristen zur Arbeitnehmerfreizügigkeit für die neuen EU-Mitgliedstaaten.

Bau und Sachgütererzeugung rückläufig

Branchenbezogen zeigt sich, dass die Arbeitslosigkeit im Bereich unternehmensbezogene Dienstleistungen bei steigender Beschäftigung um +2.125 bzw. 9,7 Prozent oder im Verkehr und in der Nachrichtenübermittlung (+687; +5,2 Prozent) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (+652; +9,3 Prozent) noch etwas ansteigt, während die Zahl der vorgemerkten Personen z.B. im Bauwesen (-1.359; -1,6 Prozent), bei den sonstigen Dienstleistungen (-393; -2,7 Prozent) und auch in der Sachgütererzeugung (-186; -0,4 Prozent) bereits rückläufig ist.

Im internationalen Vergleich schneidet Österreich nach wie vor gut ab: Nach der offiziellen Eurostat-Berechnung lag die österreichische Arbeitslosenquote im Jänner 2006 mit 5,2 Prozent nach Irland (4,3 Prozent; Jän. 06), Dänemark (4,4 Prozent; Dez. 05), den Niederlanden (4,6 Prozent; Jän. 06) und Großbritannien (5,0 Prozent; Nov. 05) an fünfter Stelle in der EU. Die Arbeitslosenquote der EU-25 beträgt 8,5 Prozent (Dez. 05) und liegt damit weiterhin deutlich über dem österreichischen Wert. Der Jahresdurchschnittswert 2005 für Österreich beläuft sich nach der neuen Berechnungsmethode auf 5,2 Prozent.

Positiver Trend bei offenen Stellen

Bei den offenen Stellen hat der positive Trend weiter angehalten: Ende Februar 2006 lag die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldeten offenen Stellen mit einem Bestand von 26.122 um +10,9 Prozent (+2.561) über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres.

Der Anstieg der Lehrstellensuchenden nahm Ende Februar im Vergleich zum Vorjahr um 13,9 Prozent auf 5.215 Betroffene zu. Bei den gemeldeten offenen Lehrstellen ist mit plus 795 bzw. plus 30,8 Prozent auf 3.378 eine deutliche Zunahme zu verzeichnen.

Ältere über dem Durchschnitt

Die Arbeitslosigkeit der über 49-Jährigen ist mit 58.329 im Vergleich zum Februar 2005 überdurchschnittlich angestiegen, und zwar um 1.399 Betroffene oder um 2,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist sowohl in der Altersgruppe der 50- bis 54-Jährigen (+736 oder +2,4 Prozent) als auch bei den 55- bis 59-Jährigen (+1.272 oder +5,9 Prozent) gestiegen. Rückläufig ist weiterhin die Arbeitslosigkeit bei den über 59-Jährigen (-609 bzw. -11,4 Prozent).

Vom Anstieg der Arbeitslosigkeit waren vor allem unternehmensbezogene Dienstleistungen (+2.125; +9,7 Prozent), der Bereich Verkehr und Nachrichten (+687; +5,2 Prozent), das Gesundheits- und Sozialwesen (+652; +9,3 Prozent) und der Fremdenverkehr (+256; +0,8 Prozent) betroffen. Nach Schulbildung ging die Arbeitslosigkeit bei Personen mit höherer Ausbildung zurück, bei Betroffenen ohne abgeschlossene Schulausbildung stieg sie dramatisch, und zwar um 15,8 Prozent, an. Anteilsmäßig entfallen rund 86 Prozent des Bestandes aller Arbeitslosen auf Personen ohne abgeschlossene Schule sowie Personen mit Pflichtschulabschluss oder Lehrabschluss. (APA)

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