Abbas: Anzeichen für Präsenz von Al-Kaida im Gaza-Streifen

4. März 2006, 08:40
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"Sehr ernste Angelegenheit" - Auch Israel besorgt über Al-Kaida-Anhänger im geräumten Gaza-Streifen

London/Kairo - In den palästinensischen Gebieten gibt es nach den Worten von Präsident Mahmoud Abbas Anzeichen für eine Präsenz des Terrornetzwerks Al-Kaida. Seine Angaben beruhten auf Geheimdienstinformationen, sagte Abbas der in London erscheinenden arabischen Zeitung Al-Hayat (Donnerstag). "Das ist eine sehr ernste Angelegenheit." Die Behörden seien aber noch nicht an dem Punkt, Menschen zu verhaften, sagte der Präsident.

Die israelische Regierung zeigt sich seit längerer Zeit besorgt über die Möglichkeit, dass ausländische Extremisten und Al-Kaida-Anhänger in den von Israel geräumten Gaza-Streifen eingedrungen seien.

Abbas glaubt an Wandlungsfähigkeit der Hamas

Vor den Gesprächen einer Hamas-Delegation mit der russischen Regierung hat Abbas auch dazu aufgerufen, der künftigen Regierungspartei "eine Chance zu geben". Dies würden auch andere arabische Führer fordern, sagte Abbas der arabischen Zeitung "Al-Hayat" (Donnerstag). Vor der Ankunft von Hamas-Politbürochef Khaled Mashaal (Mechaal) in der russischen Hauptstadt sagte der palästinensische Botschafter in Moskau, Baker Abdel Munem, nach Angaben der Nachrichtenagentur ITAR-TASS, Hamas könnte "im Interesse des ganzen palästinensischen Volkes" eine Änderung ihrer Positionen vornehmen.

Niemand könne verlangen, dass die Hamas, die das Existenzrecht Israels nicht anerkennt, "innerhalb eines Monats eine 180-Grad-Wende macht", sagte Abbas, der die intensiven Auslandskontakte der Hamas-Führung begrüßte. "Diese Besuche sind wichtig und nützlich", sagte der Präsident. Russland macht für die bevorstehenden Gespräche keine Vorbedingungen, wie der russische Nahost-Sonderbeauftragte Alexander Kalugin erklärte.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die Hamas aufgerufen, das Existenzrecht Israels anzuerkennen, und betont, dass Russland anders als die USA und die EU die Hamas nie als terroristische Organisation bezeichnet habe. Außenminister Sergej Lawrow hatte erklärt, bei den bevorstehenden Gesprächen sei anzustreben, dass die Hamas als stärkste politische Kraft in Palästina eine nützliche Rolle im Friedensprozess spielen könne.

Mashaals Stellvertreter Musa Abu Marzuk erklärte am Donnerstag in einem Gespräch mit RIA-Nowosti, Russland könnte "Fehler der USA" im Nahen Osten korrigieren und der Welt ein "gerechteres Bild" des Palästina-Problems zeigen. (APA/Reuters)

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    Präsident Mahmoud Abbas besorgt über Präsenz von Al-Kaida im Gaza-Streifen

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