T-Mobile bringt 9 Cent in alle Netze Wertkarte auf den Markt

29. März 2006, 11:21
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T-Mobile Austria sieht Chance für tele.ring-Übernahme intakt - Umsatz und EBIT blieben 2005 stabil, EBITDA ging zurück - HSDPA österreichweit verfügbar

Österreichs zweitgrößter Mobilfunkbetreiber, T-Mobile Austria, ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005 nur geringfügig gewachsen. Im Zuge eines "teils schmerzhaften Sparprogramms" wurden 70 Mio. Euro eingespart und 230 Mitarbeiter abgebaut, berichtete T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. Für die geplante Übernahme des viertgrößten Mitbewerbers tele.ring, gegen die Brüssel zuletzt schwere Wettbewerbsbedenken geäußert hatte, gab sich Pölzl weiter "sehr optimistisch".

T-Mobile Austria sieht Chance für tele.ring-Übernahme intakt

Die Chance für die Übernahme sei weiterhin "sehr hoch": "Ich kann mir eine Untersagung gar nicht vorstellen", betonte Pölzl, der auch nicht davon ausgeht, dass der tele.ring-Eigentümer Alltel, dem ein Gegenangebot von der US-Fondsgesellschaft Permira vorliegen soll, mit anderen Bietern gleichzeitig verhandelt. Um die Bedenken der EU-Wettbewerbsbehörde zu zerstreuen, hat T-Mobile nun mehrere neue Gutachten und einen rechtsgültigen Vertrag mit dem UMTS-Anbieter Hutchison ("3") nach Brüssel geschickt.

"3"

Der Vertrag mit Hutchison wurde vorgestern unterzeichnet und sieht die Abgabe von etwa 2.000 der insgesamt 3.700 tele.ring-Sendestationen und von UMTS-Frequenzen binnen 12 Monaten nach dem Closing des Deals an Hutchsion vor. Damit unterstütze T-Mobile die EU-Bemühungen, Hutchison als neuen "Maverick", also Preisbrecher, in Österreich aufzubauen, so Pölzl. Weitere rund 700 Sendestationen sollen an One abgegeben werden.

Gegengewicht zum Marktführer Mobilkom Austria

Die Rolle des "Maverick" hatte auf dem heimischen Markt bisher tele.ring inne, was zu einem aggressiven Wettbewerb und zu einem jährlichen Preisverfall von etwa 10 Prozent seit 2003 führte. Durch die tele.ring-Übernahme durch T-Mobile werde der Wettbewerb "keinen Schaden nehmen – im Gegenteil", T-Mobile könne dadurch noch ein stärkeres Gegengewicht zum Marktführer Mobilkom Austria bieten und den Wettbewerb dadurch "nachhaltig ankurbeln", meinte Pölzl.

9 Cent in alle Netze

Der Preisverfall werde jedenfalls auch 2006 weitergehen, prognostizierte der T-Mobile Austria-Chef. Den Preiskampf weiter anheizen dürfte auch die neue Diskont-Wertkarte "Klax Total" von T-Mobile, die ab Montag verfügbar ist und mit der um 9 Cent in alle Netze telefoniert werden kann, wobei die ersten Minute voll verrechnet und dann halbminütig abgerechnet wird. Die One-Diskonttochter Yesss! bietet eine Wertkarte um 9 Cent pro Minute (Taktung 60/30), Tele2UTA war kürzlich mit einem Diskonttarif von 8 Cent pro Minute (Taktung 90/60) gestartet.

Umsatz

T-Mobile hat den Umsatz im Vorjahr nur geringfügig von 882 auf 885 Mio. Euro gesteigert, das Betriebsergebnis (EBIT) stagnierte bei 16,6 (16,2) Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) ging auf Grund höherer Investitionen von 237 auf 225 Mio. Euro zurück. 2005 wurden 90 Mio. Euro in den Markt investiert. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 230 auf 1.650 Beschäftigte (inklusive Teilzeitkräfte).

Mehr Kundschaft

Die Zahl der Kunden stieg leicht um 2,4 Prozent auf 2,09 Millionen. Der Anteil der Vertragskunden wuchs im Vorjahr von 48 auf 50 Prozent, im Geschäftskundenbereich wurden 35.000 Neukunden gewonnen. Der monatliche Umsatz pro Kunde (ARPU) erhöhte sich um 3 Prozent auf 35 Euro. Der Anteil der Datennutzung (ohne SMS) stieg um 20 Prozent, der gesamte Datenanteil (ein Drittel entfällt auf SMS, zwei Drittel auf effektive Datennutzung) liegt damit bei 12 Prozent des Gesamtumsatzes.

T-Mobile biete seit heute als erster österreichischer Mobilfunkbetreiber österreichweit die UMTS-Nachfolgetechnologie HSDPA an, die eine maximale Bandbreite von 1,8 Mbit biete, sagte Pölzl. Bis Ende 2005 hat T-Mobile mehr als 25.000 Datenkarten für Laptops verkauft, täglich werden 100 Karten abgesetzt.(APA)

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    T-Mobile Austria Geschaeftsfuehrer Georg Poelzl

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